Kapitel I

Modul 1: Mathematik

SkyLicence-Studienleitfaden mit Diagrammen.

Trigonometrie in der Wartung TRIGONOMETRIE IN DER WARTUNG WARTUNGSSZENARIO Blattspitze θ Aufgabe: Ein Hubschrauber steht auf einer Steigung von 4,0°. Die Spitze des Heckrotorblatts ist 1,85 m vom Mittelpunkt der Heckrotornabe entfernt. Die Nabe befindet sich 1,2 m über dem Boden am Referenzpunkt. Gesucht: • Vertikale Spitzenhöhe über dem Boden (h) • Horizontaler Spitzenversatz von der Nabe (d) • Spitzenabstand vom Boden RECHTWINKLIGES-DREIECK-MODELL θ ANLIEGEND (d) GEGENKATHETE (h) HYPOTENUSE (L = 1,85 m) A B C TRIGONOMETRISCHE FORMELN SINUS sin θ = GEG / HYP sin 4,0° = h / 1,85 h = 1,85 × sin 4,0° KOSINUS cos θ = ANL / HYP cos 4,0° = d / 1,85 d = 1,85 × cos 4,0° TANGENS tan θ = GEG / ANL tan 4,0° = h / d h / d = tan 4,0° BERECHNUNGSERGEBNIS sin 4,0° = 0,06976 h = 1,85 × 0,06976 = 0,129 m Spitzenhöhe = 1,2 + 0,129 = 1,329 m EASA Part-66 Modul 1.4 — Trigonometrie | Anwendung des rechtwinkligen Dreiecks auf Rotorwartungsmessungen

Modul 1: Mathematik — EASA Part-66 Kategorie B13

1. Modulübersicht

Modul 1 des EASA Part-66 Grundlagenlehrplans legt die mathematische Grundlage fest, die für alle Flugzeugwartungstechnik-Disziplinen erforderlich ist, einschließlich hubschrauberspezifischer Anwendungen. Für die Kategorie B13 (Hubschrauberwartung) umfasst dieses Modul Arithmetik, Algebra, Geometrie, Trigonometrie und einführende Statistik. Die Wissensstufen reichen von Stufe 1 (Überblick) für grundlegende Konzepte bis Stufe 3 (detaillierte Theorie) für Themen, die direkt in Wartungsverfahren angewendet werden, wie Schwerpunkt- und Gewichtsberechnungen, Rotornachführung, Getriebeübersetzungen und Leistungsüberwachung.

Das Modul ist gemäß Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 1321/2014 in folgende Lehrplanbereiche unterteilt:

1.1 Arithmetik (Stufe 1–2)
1.2 Algebra (Stufe 1–2)
1.3 Geometrie (Stufe 1–2)
1.4 Trigonometrie (Stufe 1–2)
1.5 Diagramme (Stufe 1–2)
1.6 Statistik (Stufe 2)

2. Schlüsselkonzepte im Detail erklärt

2.1 Arithmetische Grundlagen

Einheitenumrechnungsfluss Einheitenumrechnungsfluss — Imperial ↔ SI für Wartungsdokumentation SCHRITT 1 — Einheiten identifizieren Lesen Sie den Dokumentationswert. Bestimmen Sie, ob es imperial oder SI ist. Beispiel: 12 mm (SI-Länge) identifizieren SCHRITT 2 — Umrechnungsfaktor Verwenden Sie den genauen Faktor aus dem Wartungshandbuch / EASA: 1 Zoll = 25,4 mm (exakt) anwenden SCHRITT 3 — Berechnen Teilen Sie durch 25,4, um umzurechnen mm → Zoll: 12 ÷ 25,4 = 0,472 Zoll Innerhalb der Toleranz? (±0,5 Zoll) JA ✓ AKZEPTIERT 0,472 Zoll < 0,5 Zoll → OK Wert mit korrekten signifikanten Stellen aufzeichnen NEIN ✗ ABGELEHNT Außerhalb der Toleranz → untersuchen vor weiterer Wartung ANDERE GEBRÄUCHLICHE UMrechnungen 1 kg = 2,20462 lb 1 N = 0,224809 lbf 1 US gal = 3,785 L 1 hPa = 1 mbar = 100 Pa Temperaturumrechnung: °F = (°C × 9/5) + 32 °C = (°F − 32) × 5/9 Signifikante Stellen: 12 mm hat 2 signifikante Stellen → Ergebnis 0,47 Zoll (2 signifikante Stellen) — niemals 0,472441… in einem Wartungsprotokoll schreiben Animierter Punkt = Arbeitsablaufpfad Imperial → SI

2.1.1 SI-Einheiten und Umrechnungen

Das Internationale Einheitensystem (SI) ist der Standard für die gesamte Luftfahrttechnik. Wartungspersonal muss sicher in der Umrechnung zwischen SI-Einheiten und imperialen Einheiten sein, da viele Flugzeugkomponenten nach imperialen Spezifikationen hergestellt werden, während die Wartungsdokumentation möglicherweise SI verwendet.

Basis-SI-Einheiten, die für die Hubschrauberwartung relevant sind:

GrößeEinheitSymbol
LängeMeterm
MasseKilogrammkg
ZeitSekundes
TemperaturKelvinK
KraftNewtonN
DruckPascalPa
EnergieJouleJ
LeistungWattW

Häufige Umrechnungen für die Hubschrauberwartung:

1 Zoll = 25,4 mm (exakt)
1 US-Gallone = 3,785 Liter
1 kg = 2,20462 lb
1 N = 0,224809 lbf
1 hPa = 1 mbar = 100 Pa

Beispielanwendung: Der Blattspitzenabstand eines Hauptrotors wird mit 12 mm gemessen. Das Wartungshandbuch gibt eine Toleranz von ±0,5 Zoll vor. Umrechnung: 12 mm ÷ 25,4 mm/Zoll = 0,472 Zoll. Da 0,472 < 0,5, liegt die Messung innerhalb der Toleranz.

2.1.2 Arithmetisches Mittel, Median und Modus

Diese Maße der zentralen Tendenz sind für die Interpretation von Wartungsdaten unerlässlich, insbesondere bei der Rotornachführung und Vibrationsanalyse.

Arithmetisches Mittel: Die Summe aller Werte geteilt durch die Anzahl der Werte.

$$\bar{x} = \frac{\sum_{i=1}^{n} x_i}{n}$$

Beispiel: Rotorblatt-Nachführwerte von 12,5, 12,7, 12,4, 12,6 und 12,8 mm ergeben ein Mittel von (12,5 + 12,7 + 12,4 + 12,6 + 12,8) ÷ 5 = 63,0 ÷ 5 = 12,6 mm.

Median: Der mittlere Wert, wenn die Daten in aufsteigender Reihenfolge angeordnet sind. Bei einer geraden Anzahl von Werten ist der Median der Durchschnitt der beiden mittleren Werte.

Beispiel: Flugstunden über 6 Tage erfasst: 3,5, 4,2, 2,8, 5,1, 3,9, 4,5. Sortiert: 2,8, 3,5, 3,9, 4,2, 4,5, 5,1. Median = (3,9 + 4,2) ÷ 2 = 4,05 Stunden.

Modus: Der am häufigsten vorkommende Wert.

2.1.3 Standardabweichung

Die Standardabweichung quantifiziert die Streuung der Daten um den Mittelwert. Dies ist entscheidend für die Beurteilung, ob Messwertschwankungen bei der Rotornachführung oder den Triebwerksparametern innerhalb akzeptabler Grenzen liegen.

Standardabweichung der Grundgesamtheit (σ):

$$\sigma = \sqrt{\frac{\sum_{i=1}^{n}(x_i - \bar{x})^2}{n}}$$

Standardabweichung der Stichprobe (s):

$$s = \sqrt{\frac{\sum_{i=1}^{n}(x_i - \bar{x})^2}{n-1}}$$

Beispiel: Blattnachführwerte von 12,4, 12,8, 12,6, 13,1, 12,9 mm.

Mittelwert = 12,76 mmAbweichungen: −0,36, 0,04, −0,16, 0,34, 0,14

Quadrierte Abweichungen: 0,1296, 0,0016, 0,0256, 0,1156, 0,0196

Summe der quadrierten Abweichungen = 0,292

Stichprobenvarianz = 0,292 ÷ 4 = 0,073

Standardabweichung der Stichprobe = √0,073 = 0,27 mm

2.1.4 Verhältnisse, Proportionen und Prozentsätze

Übersetzungsverhältnisse sind grundlegend für Hubschrauber-Getriebesysteme. Die Beziehung zwischen Eingangs- und Ausgangsdrehzahl ist:

$$\frac{N_1}{N_2} = \frac{T_2}{T_1}$$

Wobei N = Drehzahl (U/min) und T = Anzahl der Zähne.

Beispiel: Eingangsritzel mit 21 Zähnen bei 6000 U/min, das ein Hauptzahnrad mit 98 Zähnen antreibt:

Ausgangsdrehzahl = 6000 × (21 ÷ 98) = 6000 × 0,2143 = 1285,7 U/min

Prozentsätze drücken ein Verhältnis als Bruchteil von 100 aus. Wirkungsgradberechnungen verwenden:

$$\text{Wirkungsgrad} = \frac{\text{Ausgangsleistung}}{\text{Eingangsleistung}} \times 100\%$$

Beispiel: Turbinentriebwerk, das 850 kW Wellenleistung bei 38 % Wirkungsgrad erzeugt:

Eingangsleistung = 850 ÷ 0,38 = 2237 kW

2.1.5 Raten

Raten drücken die Änderung einer Größe relativ zu einer anderen aus, typischerweise über die Zeit.

Beispiel: Ein Hubschrauber, der in 4 Minuten von 1500 m auf 300 m sinkt:

Sinkgeschwindigkeit = (1500 − 300) ÷ 4 = 1200 ÷ 4 = 300 m/min

2.2 Algebra

2.2.1 Lineare Gleichungen

Lineare Gleichungen haben die Form ax + b = 0. Zum Lösen muss die Variable mithilfe algebraischer Operationen isoliert werden.

Beispiel: 3(x − 4) = 2x + 6

Ausmultiplizieren: 3x − 12 = 2x + 6

2x subtrahieren: x − 12 = 6

12 addieren: x = 18

Identitäten: Einige Gleichungen gelten für alle Werte der Variablen. Beispielsweise vereinfacht sich 3(x − 4) + 2x = 5x − 12 zu 5x − 12 = 5x − 12, was eine Identität ist. Jeder reelle Wert von x erfüllt die Gleichung.

2.2.2 Simultane Gleichungen

Systeme linearer Gleichungen mit mehreren Unbekannten werden durch Substitution oder Elimination gelöst.

Substitutionsmethode:

Gegeben: 3x + 2y = 17 und 2x − y = 6

Aus der zweiten Gleichung: y = 2x − 6

In die erste einsetzen: 3x + 2(2x − 6) = 17

3x + 4x − 12 = 17

7x = 29

x = 29/7 = 4,14

Eliminationsmethode:

Multiplizieren Sie die zweite Gleichung mit 2: 4x − 2y = 12

Zur ersten addieren: 7x = 29

x = 4,14

2.2.3 Quadratische Gleichungen

Quadratische Gleichungen haben die Form ax² + bx + c = 0. Die Auswertung beinhaltet das Einsetzen von Werten für die Variable.

Beispiel: Für y = 3x² − 2x + 5, finden Sie y, wenn x = −2:

y = 3(−2)² − 2(−2) + 5 = 3(4) + 4 + 5 = 12 + 4 + 5 = 21

Die quadratische Formel zum Lösen von ax² + bx + c = 0:

$$x = \frac{-b \pm \sqrt{b^2 - 4ac}}{2a}$$

2.2.4 Potenzgesetze (Exponenten)

Die Potenzgesetze regeln Operationen mit Potenzen:

aᵐ × aⁿ = aᵐ⁺ⁿ
aᵐ ÷ aⁿ = aᵐ⁻ⁿ
(aᵐ)ⁿ = aᵐⁿ
a⁰ = 1
a⁻ⁿ = 1/aⁿ

Beispiel: Berechnen Sie 2³ × 2⁻² ÷ 2⁴

2³ × 2⁻² = 2³⁻² = 2¹

2¹ ÷ 2⁴ = 2¹⁻⁴ = 2⁻³

2.2.5 Potenzen und Wurzeln

Beispiel: Berechnen Sie 7³ + √144

7³ = 7 × 7 × 7 = 343

√144 = 12

Summe = 343 + 12 = 355

2.2.6 Logarithmen und Exponentialfunktionen

Die barometrische Höhenformel wendet Logarithmen und Exponentialfunktionen auf die Atmosphärenphysik an:

$$P = P_0 \times (1 - 2,25577 \times 10^{-5} \times h)^{5,25588}$$

Wobei P = Druck in der Höhe h, P₀ = Druck auf Meereshöhe (1013,25 hPa).

Beispiel: Finden Sie die Höhe, wenn der Druck 850 hPa beträgt:

(P/P₀)^(1/5,25588) = 1 − 2,25577 × 10⁻⁵ × h

(850/1013,25)^(0,1903) = 0,9657

1 − 0,9657 = 0,0343

h = 0,0343 ÷ (2,25577 × 10⁻⁵) = 1520 m

2.3 Geometrie

2.3.1 Satz des Pythagoras

Für ein rechtwinkliges Dreieck mit den senkrechten Seiten a und b und der Hypotenuse c:

$$c^2 = a^2 + b^2$$

Beispiel: Seiten von 30 mm und 40 mm:

c² = 30² + 40² = 900 + 1600 = 2500

c = √2500 = 50 mm##### 2.3.2 Kreiseigenschaften

Fläche eines Kreises: A = πr²

Umfang: C = 2πr = πd

Beispiel: Rotorbremsscheibe mit einem Durchmesser von 400 mm:

Radius = 200 mm = 0,2 m

Fläche = 3,14 × (0,2)² = 3,14 × 0,04 = 0,1256 m²

2.3.3 Längenausdehnung

Materialien dehnen sich bei Temperaturänderungen gemäß folgender Formel aus:

$$\Delta L = L_0 \times \alpha \times \Delta T$$

Wobei ΔL = Längenänderung, L₀ = ursprüngliche Länge, α = Längenausdehnungskoeffizient, ΔT = Temperaturänderung.

Beispiel: Heckrotor-Antriebswelle, 1,8 m lang, α = 12 × 10⁻⁶/°C, Temperatur steigt von 15°C auf 45°C:

ΔL = 1,8 × 12 × 10⁻⁶ × (45 − 15) = 1,8 × 12 × 10⁻⁶ × 30 = 648 × 10⁻⁶ m = 0,648 mm

2.3.4 Winkelgeschwindigkeit und Lineargeschwindigkeit

Für rotierende Bauteile:

$$\omega = \frac{2\pi N}{60}$$

Wobei ω = Winkelgeschwindigkeit (rad/s), N = Drehzahl (U/min).

Lineare Spitzengeschwindigkeit: v = ω × r

Beispiel: Hauptrotor bei 350 U/min, maximale Spitzengeschwindigkeit 220 m/s:

ω = 2 × 3,1416 × 350 ÷ 60 = 36,65 rad/s

Maximaler Radius = 220 ÷ 36,65 = 6,00 m

2.3.5 Momente sowie Schwerpunkt und Gewichtsbilanz

Das Moment eines Bauteils um einen Bezugspunkt:

$$\text{Moment} = \text{Gewicht} \times \text{Hebelarm}$$

Beispiel: Moment = 2500 kg·m, Hebelarm = 2,5 m:

Gewicht = 2500 ÷ 2,5 = 1000 kg

2.4 Dichte und Treibstoffberechnungen

Die Dichte setzt Masse in Beziehung zum Volumen:

$$\rho = \frac{m}{V}$$

Beispiel: Treibstoffdurchfluss von 420 kg/h mit einer Dichte von 0,80 kg/L:

Volumendurchfluss = 420 ÷ 0,80 = 525 L/h

In US-Gallonen: 525 ÷ 3,785 = 138,7 US gal/h


3. Wichtige Formeln und Verfahren

3.1 Zusammenfassung der wichtigsten Formeln

AnwendungFormel
Arithmetischer Mittelwertx̄ = Σxᵢ / n
Stichproben-Standardabweichungs = √[Σ(xᵢ − x̄)² / (n−1)]
ÜbersetzungsverhältnisN₁/N₂ = T₂/T₁
Wirkungsgradη = P_out / P_in × 100 %
LängenausdehnungΔL = L₀ × α × ΔT
Winkelgeschwindigkeitω = 2πN / 60
Spitzengeschwindigkeitv = ω × r
KreisflächeA = πr²
Pythagorasc² = a² + b²
MomentM = W × d
Dichteρ = m / V
Quadratische Formelx = [−b ± √(b²−4ac)] / 2a
Barometrische HöheP = P₀(1 − 2,25577×10⁻⁵h)^5,25588

3.2 Behördliche Verweise

Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang III (Part-66): Legt die Grundanforderungen an Kenntnisse für Luftfahrzeug-Instandhaltungslizenzen fest.
Anhang I zu Part-66: Definiert den Lehrplan für Modul 1 Mathematik mit Wissensstufen.
AMC zu Part-66: Bietet akzeptable Mittel zur Einhaltung der Vorschriften sowie Leitlinienmaterial für Prüfungsstandards.

4. Allgemeine Beziehungen zwischen Konzepten

4.1 Einheitenumrechnungen und Instandhaltungsgrenzen

Instandhaltungshandbücher verwenden häufig sowohl metrische als auch imperiale Einheiten. Die Fähigkeit, genau umzurechnen, ist entscheidend, um festzustellen, ob Messwerte innerhalb der Toleranz liegen. Beispielsweise muss eine Blattspur-Abweichung von 12 mm mit einem Grenzwert von ±0,5 Zoll (12,7 mm) verglichen werden. Der Umrechnungsfaktor 1 Zoll = 25,4 mm ist exakt und muss auswendig gelernt werden.

4.2 Statistik und Rotorblattspurverfolgung

Die Rotorblattspurverfolgung erzeugt mehrere Messwerte, die statistisch analysiert werden müssen. Der Mittelwert gibt die durchschnittliche Blattspitzenposition an, während die Standardabweichung die Konsistenz der Spur aufzeigt. Große Standardabweichungen können auf mechanische Probleme wie verschlissene Pitch-Verbindungsstangen oder beschädigte Lager hinweisen.

4.3 Übersetzungsverhältnisse und GetriebesystemeHelicopter-Getriebe verwenden Untersetzungen zwischen dem Triebwerk und dem Hauptrotor. Das Verständnis von Übersetzungsverhältnissen ermöglicht es dem Wartungspersonal, die korrekte Auswahl der Komponenten zu überprüfen und die erwarteten Ausgangsdrehzahlen während Bodenläufen zu berechnen.

4.4 Algebra sowie Gewicht und Schwerpunkt

Berechnungen zu Gewicht und Schwerpunkt erfordern das Umstellen von Formeln, um unbekannte Größen zu lösen. Die Beziehung Moment = Gewicht × Arm kann umgestellt werden, um jede der drei Variablen zu ermitteln, wenn die anderen beiden bekannt sind.

4.5 Exponentialfunktionen und Atmosphärenphysik

Die barometrische Höhenformel zeigt die Anwendung von Exponentialfunktionen auf reale Phänomene. Das Verständnis dieser Beziehung ist wichtig für die Interpretation von Höhenmesseranzeigen und Leistungsberechnungen in verschiedenen Höhen.


5. Typische Prüfungsschwerpunkte

5.1 Arithmetik (Modul 1.1)

Einheitenumrechnungen zwischen SI- und imperialen Systemen (Meter in Millimeter, Liter in US-Gallonen, Millimeter in Zoll)
Berechnung des arithmetischen Mittels aus Wartungsdatensätzen
Ermittlung und Berechnung des Medians für sowohl ungerade als auch gerade Datensätze
Anwendung von Verhältnissen und Proportionen auf Getriebesysteme
Prozentberechnungen für Effizienz- und Toleranzbewertungen
Ratenberechnungen für Sinkgeschwindigkeiten, Kraftstoffverbrauch und Durchflussraten

5.2 Algebra (Modul 1.2)

Lösen linearer Gleichungen mit einer Unbekannten
Lösen simultaner Gleichungen mit Substitutions- und Eliminationsmethoden
Auswerten quadratischer Ausdrücke bei gegebenen Werten
Anwendung der Potenzgesetze, einschließlich negativer und Null-Exponenten
Berechnung von Potenzen und Wurzeln
Erkennung algebraischer Identitäten
Umstellen von Formeln zur Lösung nach verschiedenen Variablen

5.3 Geometrie (Modul 1.3)

Anwendung des Satzes des Pythagoras auf rechtwinklige Dreiecke
Berechnung von Kreisfläche und Umfang
Längenausdehnungsberechnungen für Temperatureffekte auf Komponenten
Beziehung zwischen Winkelgeschwindigkeit und Lineargeschwindigkeit für rotierende Komponenten
Momentberechnungen für Gewicht und Schwerpunkt

5.4 Statistik (Modul 1.6)

Berechnung von arithmetischem Mittel, Median und Modus
Berechnung der Standardabweichung (sowohl Grundgesamtheit als auch Stichprobe)
Interpretation statistischer Maße im Wartungskontext
Verständnis des Unterschieds zwischen Grundgesamtheits- und Stichprobenstatistik

5.5 Prüfungsstrategie

Vor der Durchführung von Berechnungen immer die Einheiten prüfen
Alle Werte vor der Anwendung von Formeln in konsistente Einheiten umrechnen
Antworten entsprechend der Genauigkeit der Eingabedaten angemessen runden
Bei Fragen zur Standardabweichung beachten, ob die Frage Grundgesamtheit oder Stichprobe angibt
Antworten nach Möglichkeit durch Einsetzen in die ursprüngliche Gleichung verifizieren
Wichtige Umrechnungsfaktoren auswendig lernen: 1 Zoll = 25,4 mm, 1 US-Gallone = 3,785 L

6. Durchgerechnete Beispiele für die Prüfungsvorbereitung

Beispiel 1: Kraftstoffverbrauch

Ein Hubschrauberturbinentriebwerk verbraucht 210 US-Gallonen pro Stunde. Geben Sie dies in Litern pro Stunde an.

Lösung: 210 × 3,785 = 794,85 L/h

Beispiel 2: Komponentendurchmesser

Eine Turbinentriebwerkskomponente hat einen Durchmesser von 0,75 m. Geben Sie diesen in Millimetern an.

Lösung: 0,75 × 1000 = 750 mm

Beispiel 3: Mittlere Rotorblattauslenkung

Blattspitzenauslenkungen wurden mit 2,5 cm, 2,7 cm und 2,3 cm gemessen.

Lösung: Mittelwert = (2,5 + 2,7 + 2,3) ÷ 3 = 7,5 ÷ 3 = 2,5 cm

Beispiel 4: Durchschnittliche Auslenkung mit Einheitenumrechnung

Blattspitzenauslenkungen von 0,25 m, 0,30 m und 0,28 m. Geben Sie den Durchschnitt in Millimetern an.Lösung: Mittelwert = (0,25 + 0,30 + 0,28) ÷ 3 = 0,2767 m = 276,7 mm

Beispiel 5: Abtriebsdrehzahl des Getriebes

Eingangszahnrad mit 24 Zähnen bei 3000 U/min treibt ein Ausgangszahnrad mit 72 Zähnen an.

Lösung: Übersetzungsverhältnis = 72 ÷ 24 = 3. Abtriebsdrehzahl = 3000 ÷ 3 = 1000 U/min


7. Zusammenfassung

Modul 1 Mathematik bildet die quantitative Grundlage für alle Hubschrauberwartungsaktivitäten. Die Beherrschung von arithmetischen Operationen, Einheitenumrechnungen, algebraischen Umformungen, geometrischen Beziehungen und grundlegender Statistik befähigt das Wartungspersonal:

Wartungshandbuchdaten und Toleranzen zu interpretieren
Schwerpunkt- und Wägeberechnungen durchzuführen
Rotornachführungs- und Vibrationsdaten zu analysieren
Parameter des Getriebesystems zu überprüfen
Kraftstoffverbrauch und Leistungskennzahlen zu berechnen
Technische Formeln auf reale Wartungsszenarien anzuwenden

Die erforderlichen Wissensstufen für die Kategorie B13 reichen von Stufe 1 (Vertrautheit mit grundlegenden Konzepten) bis Stufe 2 (allgemeines Wissen mit praktischer Anwendung). Die Kandidaten sollten sich darauf konzentrieren, Sicherheit bei Einheitenumrechnungen und Formelumformungen zu entwickeln, da diese Fähigkeiten direkt geprüft werden und in allen anderen Modulen des Part-66-Lehrplans vorkommen.

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