Kapitel VII

Modul 7A: Wartungspraktiken

SkyLicence-Studienleitfaden mit Diagrammen.

Drehmomentanwendung und Gewindetypen Drehmomentanwendung und Gewindetypen DREHMOMENTWERTE & REIBUNGSEFFEKTE Drehmoment = Kraft × Abstand Einheit: Newtonmeter (N·m) | 1 ft-lb = 1,356 N·m Nennwerte innerhalb des Toleranzbandes gemäß AMM angewendet Drehmomentschlüssel-Genauigkeit — Beispiel Vorgegeben: 25 N·m mit ±4% Schlüsselgenauigkeit Akzeptabler Bereich: 24 bis 26 N·m Schlüsselgenauigkeit muss mit der Toleranz kompatibel sein Reibungseffekte auf das Drehmoment Lagerfläche Gewindereibung Klemmkraft ~50% des aufgebrachten Drehmoments überwindet Gewindereibung ~30% überwindet Lagerflächen- reibung Nur ~20% erzeugt Klemmkraft Drehung ⚠ Wenn die Schraube das Drehmoment erreicht, sich aber weiterdreht: Gewindeschaden oder Fressen — lösen, prüfen, neu anziehen NICHT über den vorgegebenen Wert hinaus weiter anziehen GEWINDEARTEN & SCHMIERUNGSFAKTOR UNF — Unified Fine (Feingewinde) 60° Flankenwinkel, feine Steigung 60° UNC — Unified Coarse (Grobgewinde) 60° Flankenwinkel, grobe Steigung Schmierungsfaktor Trockene Gewinde Höheres Drehmoment Geschmierte Gewinde Niedrigeres Drehmoment Nur AMM-zugelassene Schmierstoffe verwenden Drehmoment-Dehnungs-Beziehung Die Schraube dehnt sich unter Drehmoment leicht — elastische Verformung DREHMOMENT-DEHNUNGS-BEZIEHUNG & DREHMOMENTANWENDUNGSREIHENFOLGE Drehmoment (N·m) Schraubendehnung (mm) Streckgrenze Elastischer Bereich (linear) Plastische Verformung Drehmoment ∝ Dehnung Mutterdreh-Methode: handfest + 3/4 Umdrehung (nur AMM) Alternative zum Drehmomentschlüssel — nur wenn ausdrücklich erlaubt 1 Gewinde reinigen und auf Schäden prüfen (Fressen, Quergewinde, Verunreinigung) 2 Schmiermittel auftragen, falls vom AMM vorgegeben (beeinflusst den Drehmomentwert — nur zugelassenen Typ verwenden) 3 Drehmoment gleichmäßig auf den vorgegebenen Wert anziehen (innerhalb des Toleranzbandes, kein Überdrehen) gleichmäßige Anwendung
Wartungspraktiken Arbeitsablauf Wartungspraktiken Arbeitsablauf — EASA Part-66 Modul 7A Kolbenmotorflugzeuge — Integrierte Human-Factors-Kontrollpunkte 1. DOKUMENTATION • Zugelassene Daten verwenden (AMM, SRM, SB) • Aufgabenkarte überprüfen • Anwendbarkeit verifizieren • Werkzeugliste prüfen 2. WERKZEUGKONTROLLE • Kalibrierte Werkzeuge auswählen • Drehmomentschlüssel überprüfen Genauigkeit & Zertifikat • FOD-Kontrolle — alle Gegenstände erfassen 3. DREHMOMENTANWENDUNG • N·m oder ft-lb anwenden (1 ft-lb = 1.356 N·m) • Toleranzbereich einhalten • Wenn sich die Schraube bei Drehmoment dreht — Gewinde prüfen 4. INSPEKTION • GVI durchführen • Auf Schäden, Lecks, FOD prüfen • Gegen zulässige Schadensgrenzen bewerten (SRM) 5. ABZEICHNUNG • Arbeit gemäß Part-66 Rechten zertifizieren HUMAN-FACTORS-KONTROLLPUNKTE — INTEGRIERT IM GESAMTEN ARBEITSABLAUF Situationsbewusstsein • Auf die Aufgabe konzentriert bleiben • Ablenkungen vermeiden • Flugzeugkonfiguration verifizieren • Checklisten-Disziplin anwenden Kommunikation • Klare Übergaben verwenden • Anweisungen zurücklesen • Abweichungen melden • Bei Unsicherheit fragen Ermüdung & Stress • Ermüdungszeichen erkennen • Bei Bedarf Pausen machen • Arbeitsbelastung managen • Aufgaben nicht überstürzen Verfahrenskonformität • AMM genau befolgen • Keine Abkürzungen • Zugelassene Daten verwenden • Alle Handlungen dokumentieren FOD-Prävention • Alle Werkzeuge erfassen • Lappen & Teile zählen • GVI vor dem Schließen • Lose Gegenstände kontrollieren Wichtige Fakten zu EASA Part-66 Modul 7A: • Drehmomentumrechnung: 1 ft-lb = 1.356 N·m — immer innerhalb des im AMM angegebenen Toleranzbereichs anwenden. • Wenn eine Schraube das angegebene Drehmoment erreicht, sich aber weiterdreht: lösen, Gewinde auf Beschädigung/Fressen prüfen, dann neu anziehen. • Sicherungsdraht muss eine Anzugskraft ausüben — ein Ende über den Schraubenkopf nach vorne biegen, das andere nach hinten. • Flexible Schläuche haben eine begrenzte Lagerfähigkeit ab Herstellungsdatum — auch wenn sie gut aussehen, abgelaufen = unbrauchbar. • Halogenlampen: niemals mit bloßen Händen berühren — Hautöle verursachen heiße Stellen und vorzeitigen Ausfall. Legende Arbeitsablauf-Fortschritt Zertifizierungspunkt HF-Kontrollpunkt

Modul 7A: Instandhaltungspraxis — Flugzeuge mit Kolbenmotor

1. Modulübersicht

Modul 7A ist ein grundlegendes Modul im EASA Part-66 Lehrplan für freigabeberechtigtes Personal der Kategorie A (Kolbenmotor). Es vermittelt dem Mechaniker das wesentliche Wissen und das praktische Verständnis, das für die Durchführung sicherer, konformer und effektiver Linieninstandhaltungsaufgaben erforderlich ist. Das Modul deckt ein breites Spektrum an Themen ab, von grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen und Werkstattpraktiken bis hin zu spezifischen Verfahren für die Inspektion, Wartung und Behebung von Fehlern an Flugzeugsystemen und -strukturen.

Das übergeordnete Thema ist die Anwendung von zugelassenen Daten und Standardpraktiken, um die fortlaufende Lufttüchtigkeit des Flugzeugs sicherzustellen. Das Modul betont den rechtlichen und verfahrenstechnischen Rahmen, der die Instandhaltung regelt, die korrekte Verwendung von Werkzeugen und Ausrüstung sowie die Bedeutung einer sorgfältigen Dokumentation und Zertifizierung.

Dieses Studienmaterial fasst die wichtigsten Wissensbereiche aus dem Lehrplan zusammen und konzentriert sich auf die praktische Anwendung und die theoretischen Prinzipien, die gängigen Linieninstandhaltungsaufgaben an Flugzeugen mit Kolbenmotor zugrunde liegen.

2. Schlüsselkonzepte und detaillierte Erklärungen

2.1 Sicherheitsvorkehrungen und Werkstattpraktiken (7A.1, 7A.2)

Sicherheit ist die oberste Priorität bei allen Instandhaltungsaktivitäten. Dieser Abschnitt behandelt die grundlegenden Vorkehrungen und Praktiken, die Personal, Flugzeug und Umwelt schützen.

Persönliche Sicherheit und persönliche Schutzausrüstung (PSA): Vor jeder Aufgabe muss eine Risikobewertung durchgeführt werden. Die korrekte PSA muss getragen werden, einschließlich Schutzbrille, Handschuhen, Gehörschutz und Sicherheitsschuhen, je nach Anforderung der Aufgabe und des Sicherheitsdatenblatts (SDB) für verwendete Chemikalien.
Chemikaliensicherheit: Alle Chemikalien, einschließlich Lösungsmittel, Schmierstoffe und Reinigungsmittel, müssen gemäß ihrem SDB verwendet werden. Dieses Dokument beschreibt die Gefahren (Entflammbarkeit, Toxizität, Reaktivität), die erforderliche PSA, Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie sichere Handhabungs- und Lagerungsverfahren. Entflammbare Lösungsmittel mit niedrigem Flammpunkt müssen in gut belüfteten Bereichen, fern von Zündquellen, verwendet werden.
Fremdobjekt-Schadensverhütung (FOD): FOD ist eine kritische Gefahr. Alle Werkzeuge, Lappen und losen Teile müssen streng kontrolliert und erfasst werden. Vor dem Schließen jeder Verkleidung oder Motorhaube und nach Abschluss jeder Aufgabe muss eine gründliche allgemeine Sichtprüfung (GVI) des Arbeitsbereichs durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass keine Gegenstände zurückgelassen werden. Dies ist eine grundlegende Werkstattpraxis.
Elektrische Sicherheit: Vor Arbeiten an einem elektrischen System oder Bauteil muss das System spannungsfrei geschaltet werden. Dies kann das Ausschalten des Batteriehauptschalters, das Ziehen relevanter Schutzschalter oder das Trennen der Batterie umfassen. Dies verhindert Lichtbogenbildung, Personenschäden und Schäden an empfindlichen Avionikkomponenten. Beim Entfernen elektrischer Steckverbinder muss das System zuerst spannungsfrei geschaltet werden, um Kurzschlüsse oder Stiftschäden zu vermeiden.
Sicherheit bei Hydraulik- und Kraftstoffsystemen: Systeme können auch bei ausgeschaltetem Motor Restdruck enthalten. Vor dem Trennen einer Hydraulik- oder Kraftstoffleitung muss das System gemäß dem AMM-Verfahren druckentlastet werden. Dies verhindert Verletzungen durch Hochdruckflüssigkeit und minimiert Flüssigkeitsverlust. Kraftstoff und Hydraulikflüssigkeit sind entflammbar; entsprechende Vorsichtsmaßnahmen müssen getroffen werden.
Propellersicherheit: Bei Arbeiten an oder in der Nähe eines Propellers muss die Zündung ausgeschaltet und das Gemisch auf Leerlauf-Abstellung gestellt werden. Dies verhindert, dass der Motor anspringt, wenn der Propeller rgedreht werden, was eine kritische Maßnahme zum Schutz des Personals darstellt. Beim Drehen des Propellers für Verfahren wie einen Kompressionstest muss dies in der normalen Drehrichtung erfolgen.

2.2 Werkzeuge und Ausrüstung (7A.3)

Die korrekte Auswahl, Verwendung und Kontrolle von Werkzeugen sind für eine qualitativ hochwertige Wartung unerlässlich.

Drehmomentschlüssel: Drehmoment ist die Anwendung einer Drehkraft auf ein Befestigungselement. Die Maßeinheit in der EASA-Umgebung ist das Newtonmeter (N·m). Einige Handbücher können das Drehmoment in Fuß-Pfund (ft-lb) angeben. Die Umrechnung lautet: 1 ft-lb = 1,356 N·m.
Drehmomentwerte in Wartungshandbüchern sind nominal und müssen innerhalb des im Handbuch angegebenen Toleranzbereichs angewendet werden. Die Genauigkeit des Drehmomentschlüssels muss mit der angegebenen Toleranz kompatibel sein. Beispielsweise ergibt ein Drehmoment von 25 N·m mit einer Schlüsselgenauigkeit von ±4 % einen akzeptablen Bereich von 24 bis 26 N·m.
Wenn eine Schraube das angegebene Drehmoment erreicht, sich aber weiterdreht, deutet dies auf ein Problem wie Gewindeschaden oder Kaltverschweißung hin. Die korrekte Maßnahme ist, die Schraube zu lösen, die Gewinde zu prüfen und erneut anzuziehen.
Bei einigen Filtern oder Befestigungselementen kann eine „Drehwinkel-Methode“ (z. B. handfest, dann 3/4 Umdrehung) als Alternative zu einem Drehmomentschlüssel angegeben sein. Dies ist nur zulässig, wenn es ausdrücklich vom AMM erlaubt ist.
Messuhr (DTI): Eine Messuhr wird verwendet, um kleine Verschiebungen wie den Rundlauf einer Welle zu messen. In der EASA-Umgebung ist sie in Millimetern (mm) oder Bruchteilen eines Millimeters (0,01 mm) kalibriert.
Pitot-Statik-Testgerät: Ein kalibriertes Testgerät ist das einzige akzeptable Instrument zum Anlegen und Messen von Druck bei Funktionstests am Pitot-Statik-System. Es muss gemäß dem AMM verwendet werden.
Digitalmultimeter (DMM): Wird zur Messung von Spannung, Strom und Widerstand verwendet. Für genaue Niedrigwiderstandsmessungen muss das Messgerät genullt werden, um den Leitungswiderstand zu kompensieren. Der Stromkreis muss vor der Widerstandsmessung spannungsfrei geschaltet werden, um Schäden am Messgerät zu vermeiden und eine gültige Messung sicherzustellen.

2.3 Hardware, Materialien und Befestigungselemente (7A.2, 7A.5)

Das Verständnis der Eigenschaften und der korrekten Anwendung von Flugzeug-Hardware ist grundlegend.

Schmierstoffe: Flugzeugkomponenten erfordern spezifische Schmierstoffe (Fette und Öle) gemäß dem AMM. Diese werden aufgrund ihrer Kompatibilität mit Materialien, Betriebstemperaturen und Leistungsmerkmalen ausgewählt. Die Verwendung eines nicht zugelassenen Ersatzes kann Schäden oder Fehlfunktionen verursachen. Übermäßiges Fetten eines Lagers kann Dichtungsschäden verursachen; die korrekte Vorgehensweise besteht darin, zu fetten, bis neues Fett an den Lagerkanten erscheint, und dann den Überschuss abzuwischen, um Schmutzansammlungen zu verhindern.
Sicherungselemente: Diese sind entscheidend, um das Lösen von Befestigungselementen durch Vibrationen zu verhindern.
Sicherungsdraht: Wird an Schrauben, Bolzen und anderen Befestigungselementen verwendet. Bei zwei Bolzen wird ein einzelner Draht zwischen ihnen hindurchgeführt. Bei drei oder mehr Bolzen in einem geschlossenen Muster (z. B. einem Dreieck) wird ein einzelner Draht durch alle Bolzen geführt, typischerweise in einer Achterkonfiguration. Der Draht muss so installiert werden, dass er eine Anzugskraft auf das Befestigungselement ausübt. Die korrekte Methode besteht darin, ein Ende nach vorne über den Schraubenkopf und das andere nach hinten zu biegen, um eine Drehung zu verhindern. Ein gebrochener Sicherungsdraht ist ein Defekt, der durch erneutes Anziehen des Befestigungselements und das Anbringen eines neuen Sicherungsdrahts behoben werden muss.
Splinte: Werden mit Kronenmuttern verwendet. Die Mutter wird auf das angegebene Drehmoment angezogen, und der Splint wird durch die Schlitze der Mutter und das Bolzenloch eingeführt. Die Schenkel werden dann gebogen: einer nach vorne überder Bolzen und das andere rückwärts über die Mutter.
Sicherungsscheiben: Kein Ersatz für Sicherungsdraht oder Splinte, wo diese vorgeschrieben sind.
Flexible Schläuche: Diese haben eine begrenzte Lagerfähigkeit ab dem Herstellungsdatum, unabhängig von den Lagerbedingungen. Ein Schlauch, der seine Lagerfähigkeit überschritten hat, ist unbrauchbar, auch wenn er in gutem Zustand zu sein scheint. Schäden, die das Verstärkungsgeflecht freilegen, sind nicht reparierbar; der Schlauch muss ersetzt werden.
O-Ringe und Dichtungen: O-Ringe sind Einwegartikel. Sie müssen ersetzt und geschmiert werden, um Schäden während der Installation zu vermeiden und eine ordnungsgemäße Abdichtung zu gewährleisten. Ein fehlender O-Ring an einem entfernten Filter muss untersucht werden, um zu verhindern, dass Fremdkörper (FOD) in das System gelangen.
Reifen: Reifendrücke sind im AMM festgelegt und für den sicheren Betrieb entscheidend. Der festgelegte Druck muss eingehalten werden, typischerweise bei Umgebungstemperatur gemessen. Überdruck kann zu Reifenplatzern führen; Unterdruck verursacht Verschleiß und Wärmestau. Beim Zerlegen eines Rades muss der Reifen in einem Reifenschutzkorb entlüftet werden, um Personal zu schützen.
Halogenlampen: Halogenlampen dürfen nicht mit bloßen Händen berührt werden. Hautfette erzeugen heiße Stellen auf dem Quarzkolben, was zu vorzeitigem Ausfall führt. Verwenden Sie beim Umgang ein sauberes Tuch oder Handschuhe.

2.4 Inspektions- und Wartungsverfahren (7A.4, 7A.5, 7A.6)

Dieser Abschnitt behandelt den systematischen Ansatz zur Inspektion und Wartung von Flugzeugkomponenten.

Allgemeine Sichtprüfung (GVI): Eine visuelle Untersuchung, um offensichtliche Schäden, Lecks oder Abweichungen zu erkennen. Jeder festgestellte Schaden muss gegen die zulässigen Schadensgrenzen des AMM oder des Structural Repair Manual (SRM) bewertet werden. Die richtige Maßnahme ist, den Schaden zu dokumentieren und zu bewerten, nicht zu raten oder ihn zu ignorieren.
Triebwerkswartung:
Kompressionsprüfung: Diese Prüfung kontrolliert den Zustand der Kolbenringe und des Zylinders. Der Propeller muss in normaler Drehrichtung gedreht werden, um den Kolben im Verdichtungstakt auf OT zu bringen. Dadurch wird sichergestellt, dass das Pleuel auf Druck belastet wird und die Kolbenringe gegen die Zylinderwand gedrückt werden, was einen gültigen Messwert ergibt. Rückwärtsdrehung kann Ringflattern und ungenaue Messwerte verursachen.
Zündkerzeninspektion: Der Zustand der Zündkerzenelektroden zeigt die Verbrennungsqualität an. Hellgrau-braune Ablagerungen deuten auf normale Verbrennung hin. Schwarze, ölige oder glasierte Ablagerungen weisen auf Probleme wie Ölverschmutzung oder falsches Gemisch hin. Brauchbare Zündkerzen können gemäß AMM gereinigt, eingestellt und wiederverwendet werden.
Öllecks: Das AMM definiert akzeptable Leckraten für verschiedene Komponenten. Ein kleines Leck kann innerhalb der Grenzen liegen. Das zertifizierende Personal muss die Leckrate gegen das AMM überprüfen, bevor es über eine Vorgehensweise entscheidet.
Propellerinspektion: Kerben und Kratzer an Propellerblättern sind häufig. Das AMM gibt Grenzen für zulässige Schäden vor. Kleine Kerben innerhalb der Grenzen können mit feinen Feilen oder Schmirgelleinen ausgeschliffen werden, um Spannungsspitzen zu vermeiden. Schäden über den Grenzen erfordern Reparatur oder Austausch. Jeder Riss in einer Propellerspinne ist ein potenzielles Sicherheitsproblem und muss gemäß AMM bewertet werden.
Steuerseile: Ein herausstehender Drahtbruch aus einem Steuerseil ist ein kritischer Defekt. Er deutet auf Ermüdung und möglichen Ausfall hin. Die richtige Maßnahme ist, das Seil zu ersetzen.
Korrosion: Oberflächliche Korrosion (weißes Pulver) auf Aluminium sollte mit nichtmetallischen Schleifkissen (z. B. Scotch-Brite) entfernt werden, um Kratzer auf der Oberfläche zu vermeiden. Nach der Reinigung sollte ein Korrosionsschutzmittelr und Grundierung aufgetragen werden. Das Belassen von Korrosion ist nicht akzeptabel, da sie fortschreiten kann.
Plexiglas (transparente Kunststoffe): Risse in Plexiglas können sich ausbreiten und das Fenster schwächen. Das AMM gibt zulässige Schadensgrenzen vor; wenn diese überschritten werden, ist ein Austausch erforderlich. Stoppbohrungen sind keine zugelassene Reparatur für Plexiglas.
Fahrwerk:
Radlager-Vorspannung: Bei Kegelrollenlagern ist die korrekte Methode, die Mutter mit einem bestimmten Drehmoment anzuziehen, während das Rad gedreht wird, um die Lager zu setzen, dann bis zum nächsten ausgerichteten Splintloch zurückzudrehen, wodurch ein geringes axiales Spiel entsteht. Dies verhindert eine übermäßige Vorspannung, die Überhitzung und vorzeitigen Lagerausfall verursachen würde.
Einfahrtest: Vor der Betätigung des Fahrwerks für einen Einfahrtest ist es zwingend erforderlich, sicherzustellen, dass der Bereich frei ist und dass Sicherungsstifte für die Verriegelung in ausgefahrener Stellung installiert sind, um ein unbeabsichtigtes Einklappen des Fahrwerks zu verhindern.
Elektrische Verkabelung: Scheuerstellen an der Kabelisolierung sind ein Defekt, der gemäß zugelassenen Daten behoben werden muss. Vorübergehende Reparaturen wie Klebeband sind nicht akzeptabel, sofern sie nicht im AMM festgelegt sind. Die Reparatur von Flugzeugverkabelung erfordert die Befolgung der Verfahren des AMM oder des Schaltplans (WDM), die in der Regel den Austausch des Kabels oder die Verwendung zugelassener Spleiße vorschreiben.

2.5 Dokumentation und Freigabe (7A.1, 7A.2)

Der rechtliche Rahmen für die Instandhaltung basiert auf zugelassenen Daten und ordnungsgemäßer Freigabe.

Zugelassene Daten: Alle Instandhaltungsarbeiten müssen gemäß den zugelassenen Daten des Musterprüfungsinhabers durchgeführt werden, in erster Linie dem Flugzeug-Wartungshandbuch (AMM). Andere Quellen, wie der bebilderte Teilekatalog (IPC), werden zur Teileidentifizierung verwendet. Abweichungen von zugelassenen Daten sind verboten.
Teileaustausch: Ersatzteile müssen die korrekten Teile sein, wie sie in der Herstellerdokumentation (IPC/AMM) festgelegt sind. Der Einbau einer nicht zugelassenen Teilenummer ohne technische Genehmigung ist verboten. Wenn ein Teil eine andere Teilenummer hat und nicht als Alternative aufgeführt ist, muss es zurückgegeben und das korrekte Teil beschafft werden.
Freigabebescheinigung (CRS): Eine CRS darf nur von freigabeberechtigtem Personal unterzeichnet werden, das über eine entsprechende Part-66-Lizenz (oder gleichwertig) mit der richtigen Flugzeug-/Triebwerkstypenberechtigung und Kategorieberechtigungen verfügt und von der Part-145-Organisation autorisiert ist. Das primäre Dokument der durchgeführten Instandhaltung ist das Flugzeug-Bordbuch oder ein gleichwertiges Instandhaltungsdokument, das vom freigabeberechtigten Personal unterzeichnet werden muss.
Aufgeschobene Defekte: Ein aufgeschobener Defekt muss einen gültigen Verweis auf die Mindestausrüstungsliste (MEL) haben, um legal betrieben zu werden. Das freigabeberechtigte Personal muss den MEL-Verweis überprüfen, bevor das Flugzeug freigegeben wird.

3. Wichtige Formeln, Vorschriften und Verfahren- **Einheitenumrechnung:** 1 ft-lb = 1,356 N·m. Zum Beispiel: 30 ft-lb × 1,356 = 40,68 N·m, gerundet auf 40,7 N·m.

Berechnung des Drehmomentbereichs: Zulässiger Bereich = Zieldrehmoment ± (Zieldrehmoment × Genauigkeit). Für 25 N·m bei ±4 % Genauigkeit: 25 ± (25 × 0,04) = 25 ± 1 = 24 bis 26 N·m.
Regulatorische Referenzen:
Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang III (Part-66): Definiert die Lizenzanforderungen für freigabeberechtigtes Personal.
Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang II (Part-145): Definiert die Anforderungen an Instandhaltungsbetriebe, einschließlich der Verwendung genehmigter Daten (Part-145.A.45) und der Freigabe von Instandhaltung (Part-145.A.50).
Part-M: Definiert die Anforderungen an die Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit von Luftfahrzeugen, einschließlich der Verwendung des MEL und des technischen Bordbuchs.
Wichtige Verfahren:
Installation von Sicherungsdraht: Verwenden Sie 6-8 Verdrehungen pro Zoll und stellen Sie sicher, dass der Draht so geführt wird, dass das Befestigungselement angezogen wird.
Installation von Splinten: Biegen Sie einen Schenkel nach vorne über den Bolzen und den anderen nach hinten über die Mutter.
Reifenfüllung: Verwenden Sie den im AMM angegebenen Druck, gemessen bei Umgebungstemperatur. Verwenden Sie für das Ablassen einen Reifenschutzkorb.
Pitot-Statik-Test: Verwenden Sie ein kalibriertes Prüfgerät gemäß dem AMM.

4. Häufige Beziehungen zwischen Konzepten

Sicherheit und genehmigte Daten: Alle Sicherheitsvorkehrungen stehen in direktem Zusammenhang mit den Verfahren und Warnhinweisen im AMM. Das AMM ist die primäre Quelle sowohl für das „Wie" als auch für das „Warum" einer Aufgabe.
Werkzeuggebrauch und Genauigkeit: Die Genauigkeit eines Werkzeugs (z. B. Drehmomentschlüssel, DMM) muss der Toleranz des zu messenden oder anzuwendenden Werts entsprechen. Die Verwendung eines ungenauen Werkzeugs kann zu einem falschen Ergebnis führen, z. B. zu einem zu geringen oder zu hohen Anzugsdrehmoment eines Befestigungselements.
Inspektion und Behebung von Mängeln: Der Inspektionsprozess dient dem Auffinden von Abweichungen. Der Behebungsprozess dient deren Korrektur unter Verwendung genehmigter Daten. Das AMM/SRM definiert, was akzeptabel ist (innerhalb der Grenzen) und was nicht (außerhalb der Grenzen).
Dokumentation und Lufttüchtigkeit: Das Luftfahrzeug gilt nicht als lufttüchtig, es sei denn, alle Instandhaltungsarbeiten sind ordnungsgemäß dokumentiert und freigegeben. Eine CRS ist das rechtliche Dokument, das das Luftfahrzeug wieder in den Betrieb freigibt. Ein aufgeschobener Mangel ist nur dann rechtmäßig, wenn er dokumentiert ist und eine gültige MEL-Referenz aufweist.
Teilenummer und Konfiguration: Die korrekte Teilenummer ist für die Aufrechterhaltung der Konfiguration des Luftfahrzeugs unerlässlich. Der Einbau eines falschen Teils kann die Sicherheit gefährden und stellt einen Verstoß gegen Vorschriften dar.

5. Typische Prüfungsschwerpunkte

Sicherheit: Fragen zu Chemikaliensicherheit (SDS), FOD-Verhinderung, elektrischer Sicherheit (Spannungsfreiheit) und hydraulischer Sicherheit (Druckentlastung) sind häufig.
Drehmoment: Berechnung zulässiger Drehmomentbereiche, Umrechnung zwischen ft-lb und N·m sowie Verständnis der korrekten Maßnahme, wenn sich ein Bolzen beim angegebenen Drehmoment dreht.
Sicherungselemente: Die korrekten Methoden für Sicherungsdraht (insbesondere bei mehreren Bolzen) und die Installation von Splinten.
Schmierung: Die Bedeutung der Verwendung des vorgeschriebenen Schmiermittels und das korrekte Verfahren beim Abschmieren (Abwischen von überschüssigem Fett).
Inspektion: Interpretation von Zündkerzenablagerungen, Bewertung von Schäden anhand der AMM-Grenzen und Verständnis der Kritikalität von Mängeln wie gebrochenen Steuerkabeldrähten.
Dokumentation: Die Anforderungen an die Unterzeichnung einer CRS, die Verwendung genehmigter Daten und der korrekte Umgang mit aufgeschobenen Mängeln (MEL).
Betriebsmittel: Die Lagerfähigkeit flexibler Schläuche, der Umgang mit Halogenlampen und die korrekte Maßnahme foder ein fehlender O-Ring.
Triebwerkspraxis: Der Grund für das Drehen des Propellers in normaler Richtung während eines Kompressionstests.
Fahrwerk: Die korrekte Vorspannungseinstellung für Kegelrollenlager und die Sicherheitsvorkehrungen für Einziehversuche und Reifenentlüftung.

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