Module 3: Electrical Fundamentals
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Modul 3: Elektrische Grundlagen — EASA Part-66 B1.3 Studienmaterial
1. Modulübersicht
Modul 3, „Elektrische Grundlagen", bildet den Grundstein für das gesamte Wissen über elektrische Systeme von Luftfahrzeugen für die EASA Part-66 B1.3 (Hubschrauber)-Lizenz. Dieses Modul vermittelt die wesentlichen physikalischen Prinzipien, mathematischen Beziehungen und praktischen Anwendungen, die für die sichere Wartung, Fehlersuche und Zertifizierung von Hubschrauber-Elektriksystemen erforderlich sind. Der Lehrplan deckt eine logische Progression von der grundlegenden Atomtheorie über komplexe Wechselstromerzeugung und Halbleiterbauelemente ab, alles im Kontext der Luftfahrtwartungsumgebung.
Das Modul ist so aufgebaut, dass das Verständnis schrittweise aufgebaut wird: Beginnend mit der Elektronentheorie und Elektrostatik, über die Gleich- und Wechselstromkreisanalyse, dann zu den praktischen Maschinen (Generatoren, Motoren, Transformatoren) und schließlich zu den Festkörperbauelementen, die die moderne Flugzeugelektronik bilden. Durchgehend liegt der Schwerpunkt auf der Anwendung der Theorie auf reale Wartungsszenarien — zu verstehen, warum ein Bauteil ausfällt, wie man seine Parameter korrekt misst und welche Sicherheitsvorkehrungen obligatorisch sind.
2. Schlüsselkonzepte im Detail erklärt
2.1 Elektronentheorie und elektrische Größen (Lehrplan 3.1–3.3)
Struktur der Materie und Ladung
Alle Materie besteht aus Atomen, die positiv geladene Protonen, neutrale Neutronen und negativ geladene Elektronen enthalten. In leitfähigen Materialien (insbesondere Kupfer und Aluminium) sind die äußersten Elektronen lose gebunden und können sich frei zwischen den Atomen bewegen. Dieses „Elektronenmeer" bildet einen elektrischen Strom, wenn eine Potenzialdifferenz angelegt wird.
- Elektrischer Strom (I): Die Flussrate der Ladung, gemessen in Ampere (A) . Ein Ampere entspricht einem Coulomb Ladung, das pro Sekunde einen Punkt passiert (1 A = 1 C/s).
- Potenzialdifferenz (V): Die Arbeit pro Ladungseinheit, die beim Bewegen von Ladung zwischen zwei Punkten verrichtet wird, gemessen in Volt (V) . Ein Volt entspricht einem Joule pro Coulomb.
- Widerstand (R): Der Widerstand gegen den Stromfluss, gemessen in Ohm (Ω) . Der Widerstand wandelt elektrische Energie in Wärme um.
- Leistung (P): Die Rate der Energieumwandlung, gemessen in Watt (W) . In Gleichstromkreisen: P = V × I.
Ohmsches Gesetz
Die grundlegende Beziehung, die Gleichstromkreise regelt: V = I × R
Dieses Gesetz ist die Grundlage für praktisch alle Schaltungsberechnungen. Es kann umgestellt werden, um nach jeder Variablen aufzulösen: I = V/R oder R = V/I. Ein praktisches Beispiel aus dem Prüfungskontext: Eine 250-W-Landeleuchte an einem 28-V-Gleichstrombus zieht I = P/V = 250/28 = 8,93 A.
Elektrische Leistung
Die Leistungsformel P = V × I kann mit dem Ohmschen Gesetz kombiniert werden, um alternative Formen abzuleiten: P = I²R und P = V²/R. Für Schutzberechnungen von Stromkreisen ist die maximale Leistung, die ein Stromkreis verarbeiten kann, einfach die Busspannung multipliziert mit der Nennleistung des Schutzschalters. Ein 5-A-Schutzschalter an einem 28-V-Bus erlaubt maximal 140 W.
Batterieeigenschaften
Flugzeugbatterien werden in Amperestunden (Ah) angegeben, was die gesamte Ladekapazität darstellt. Eine 20-Ah-Batterie kann theoretisch 1 A für 20 Stunden oder 20 A für 1 Stunde liefern. Die praktische Nennleistung basiert jedoch auf einer Standardentladerate (typischerweise die 20-Stunden-Rate für Blei-Säure, 1-Stunde für Ni-Cd).Eine vollständig geladene 24-V-Blei-Säure-Batterie zeigt nach dem Abklingen der Oberflächenladung eine Leerlaufspannung von ungefähr 25,2 V (2,1 V pro Zelle). Dies ist normal und zeigt eine vollständige Ladung an – keine Überladung. Eine 24-V-Ni-Cd-Batterie im vollständig geladenen Zustand zeigt typischerweise ungefähr 25,5 V.
2.2 Gleichstromkreise und Schaltungsanalyse (Lehrplan 3.4–3.5)
Reihenschaltungen
In Reihe geschaltete Bauteile teilen sich denselben Strom. Gesamtwiderstand: R_gesamt = R₁ + R₂ + R₃ + ... Die Versorgungsspannung wird proportional zu ihrem Widerstand auf die Bauteile aufgeteilt (Spannungsteilerregel).
Parallelschaltungen
Parallel geschaltete Bauteile liegen an denselben zwei Punkten und teilen sich dieselbe Spannung. Gesamtwiderstand: 1/R_gesamt = 1/R₁ + 1/R₂ + 1/R₃ + ... Der Gesamtstrom ist die Summe der Zweigströme.
Kirchhoffsche Gesetze
- Kirchhoffsches Stromgesetz (KCL): Die Summe der Ströme, die in einen Knotenpunkt hineinfließen, ist gleich der Summe der Ströme, die ihn verlassen.
- Kirchhoffsches Spannungsgesetz (KVL): Die Summe aller Spannungsanstiege in einem geschlossenen Stromkreis ist gleich der Summe aller Spannungsabfälle.
Wheatstone-Brücke
Ein Präzisionsmessgerät für Widerstände, bestehend aus vier Widerständen in einer Rautenanordnung. Wenn die Brücke abgeglichen ist (Galvanometer zeigt Null), entspricht das Verhältnis der bekannten Widerstände dem Verhältnis des unbekannten zum einstellbaren Normalwiderstand: R₁/R₂ = Rₓ/R₃. Im Abgleichzustand entspricht der unbekannte Widerstand dem bekannten Normalwiderstand im entsprechenden Zweig.
Fehlersuche in Gleichstromkreisen
Das Verständnis des Schaltungsverhaltens ist für die Fehlersuche unerlässlich:
- Kurzschluss gegen Masse: Ein Kabel mit niedrigem Widerstand (z. B. 2 Ω) gegen die Flugzeugstruktur weist auf einen direkten Kurzschluss hin – der Strom umgeht die vorgesehene Last.
- Unterbrechung: Zeigt unendlichen Widerstand; es fließt kein Strom.
- Spannungsabfall über einem geschlossenen Schalter: In einem gesunden Stromkreis sollte ein geschlossener Schalter einen nahezu Null-Spannungsabfall aufweisen. Ein Messwert von 0 V über einem geschlossenen Schalter, während die Last nicht arbeitet, zeigt an, dass der Strom die Last umgeht – wahrscheinlich ein Kurzschluss gegen Masse stromabwärts.
- Hochohmige Kontakte: Angelaufene oder korrodierte Kontakte erhöhen den Widerstand und verursachen einen übermäßigen Spannungsabfall. Ein 10-A-Schutzschalter, der 8 A führt und einen Spannungsabfall von 350 mV zeigt (Spezifikation: maximal 200 mV), weist auf eine Kontaktverschlechterung hin.
2.3 Kapazität und Induktivität (Lehrplan 3.6–3.7)
Kapazität
Ein Kondensator speichert Energie in einem elektrostatischen Feld zwischen zwei leitenden Platten, die durch ein Dielektrikum getrennt sind. Wichtige Eigenschaften:
- Einheit: Farad (F) – ein Farad speichert ein Coulomb Ladung pro angelegtem Volt.
- Verhalten: Blockiert Gleichstrom (nach anfänglicher Aufladung) und lässt Wechselstrom durch. Der Wechselstromwiderstand (kapazitiver Blindwiderstand) nimmt mit zunehmender Frequenz ab: X_C = 1/(2πfC) .
- Anwendungen: Filterung (Glättung gleichgerichteter Gleichspannung), Energiespeicherung, Zeitsteuerschaltungen, Kraftstoffmengensonden.
Induktivität
Eine Induktivität speichert Energie in einem magnetischen Feld um eine Spule. Wichtige Eigenschaften:
- Einheit: Henry (H) – ein Henry induziert ein Volt, wenn sich der Strom mit einer Ampere pro Sekunde ändert.
- Verhalten: Wirkt Stromänderungen entgegen. Der Wechselstromwiderstand (induktiver Blindwiderstand) nimmt mit der Frequenz zu: X_L = 2πfL.
- Zeitkonstante (RL-Schaltung): τ = L/R Sekunden. Für eine Magnetspule mit L = 0,5 H und R = 10 Ω: τ = 0,5/10 = 0,05 Sekunden. Dies stellt die Zeit dar, um 63,2 % des Endstroms zu erreichen.
Kapazitive FilterungIn einem Transformator-Gleichrichter-Gerät (TRU) ist der Filterkondensator parallel zum Ausgang geschaltet. Er lädt sich auf die Spitzenspannung auf und entlädt sich langsam zwischen den Spitzen, wodurch die Welligkeit reduziert und ein glatterer Gleichstromausgang erzielt wird. Er erhöht nicht die Spannung und begrenzt nicht den Strom.
2.4 Gleichstromgeneratoren und -motoren (Lehrplan 3.7–3.8)
Gleichstromgenerator-Prinzipien
Ein Gleichstromgenerator wandelt mechanische Energie durch elektromagnetische Induktion in elektrische Energie um. Der Kommutator wirkt als mechanischer Gleichrichter, der die im rotierenden Anker induzierte Wechselspannung an den Bürsten in Gleichstrom umwandelt.
Anlasser-Generator-Betrieb
Während des Triebwerkstarts arbeitet der Anlasser-Generator als Motor. Im Stillstand gibt es keine Gegen-EMK, sodass der Strom nur durch den niedrigen Ankerwiderstand begrenzt wird – was zu einem sehr hohen Einschaltstrom führt. Mit zunehmender Drehzahl steigt die Gegen-EMK, wodurch die Stromaufnahme sinkt.
Gleichstrommotortypen
- Hauptschlussmotor: Feldwicklung in Reihe mit dem Anker. Hohes Anlaufdrehmoment, neigt jedoch zum Überdrehen, wenn die Last entfernt wird (der Strom nimmt ab, wodurch die Feldstärke sinkt). Wird für Anlasser verwendet.
- Nebenschlussmotor: Feld parallel zum Anker. Gute Drehzahlregelung.
- Verbundmotor: Kombination aus Hauptschluss- und Nebenschlussfeld.
- Permanentmagnet: Festes Feld, keine Feldwicklung.
Bürstenlose Gleichstromgeneratoren
Moderne Hubschrauber verwenden zunehmend bürstenlose Gleichstromgeneratoren. Diese verwenden eine rotierende Gleichrichteranordnung und einen Erreger, wodurch Kommutator und Bürsten entfallen. Der Hauptvorteil ist geringerer Verschleiß und geringerer Wartungsaufwand.
Generatorschutz
Das Rückstromrelais (RCR) oder der Rückstromschalter ist ein wesentlicher Schutz. Wenn die Generatorspannung unter die Batteriespannung fällt, würde Strom von der Batterie in den Generator fließen, wodurch dieser „motorisiert“ (als Motor läuft). Das RCR erfasst diesen Rückstrom und öffnet das Generatorschütz, wodurch sowohl der Generator als auch der Gleichstrombus geschützt werden.
Spannungsregelung
Der Spannungsregler hält die Generatorausgangsspannung innerhalb festgelegter Grenzen. Eine Zenerdiode wird üblicherweise als Spannungsreferenz in Reglern verwendet – betrieben im Durchbruchbereich in Sperrrichtung, in dem die Spannung über einen Bereich von Strömen nahezu konstant bleibt.
2.5 Wechselstromtheorie und Wechselstromgeneratoren (Lehrplan 3.9–3.10)
Dreiphasensysteme
Flugzeug-Wechselstromsysteme verwenden eine Dreiphasenerzeugung. Die drei Phasen sind um 120 Grad des elektrischen Winkels getrennt. Dies ermöglicht eine ausgewogene, kontinuierliche Leistungsabgabe.
Phasenfolge
Die Phasenfolge (oder Drehrichtung) ist die Reihenfolge, in der die Phasen ihre maximalen positiven Werte erreichen (A-B-C oder A-C-B). Die korrekte Reihenfolge ist wesentlich für:
- Den Parallelbetrieb von Wechselstromgeneratoren
- Die korrekte Drehrichtung von Wechselstrommotoren
- Den ordnungsgemäßen Betrieb phasenempfindlicher Geräte
Eine umgekehrte Phasenfolge weist typischerweise darauf hin, dass der Generator in die falsche Richtung dreht oder falsch verdrahtete Verbindungen vorliegen.
Frequenz
Flugzeug-Wechselstromsysteme arbeiten mit 400 Hz anstelle der bodengebundenen 50/60 Hz. Diese höhere Frequenz reduziert erheblich Größe und Gewicht von Transformatoren, Motoren und anderen magnetischen Komponenten – entscheidend für Luft- und Raumfahrtanwendungen.
Erzeugte Spannung und Frequenz
Die erzeugte Spannung ist proportional zur Frequenz: E ∝ f. Das Testen eines 400-Hz-Generators bei 350 Hz würde eine proportional niedrigere Ausgangsspannung erzeugen. Die interne Reaktanz (X_L = 2πfL) nimmt ebenfalls mit der Frequenz ab, was die Regelung beeinflusst.
Konstantdrehzahlantrieb (CSD)Der CSD hält die Generatordrehzahl unabhängig von der Motordrehzahl konstant und gewährleistet so eine konstante 400-Hz-Ausgangsfrequenz. Eine Frequenz von 420 Hz (5 % zu hoch) weist auf eine Fehlfunktion des CSD hin – der Generator dreht zu schnell.
2.6 Transformatoren (Lehrplan 3.11)
Transformatorprinzip
Ein Transformator arbeitet nach dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion und funktioniert nur mit Wechselstrom. Er überträgt Energie zwischen Stromkreisen über ein gemeinsames Magnetfeld und bietet:
- Spannungserhöhung oder -absenkung
- Elektrische Trennung
Windungszahlverhältnis
Das Verhältnis zwischen Primär- und Sekundärseite beträgt: V_p/V_s = N_p/N_s
Bei einem Abwärtstransformator mit 200 Primärwindungen und 50 Sekundärwindungen, der mit 115 V Wechselstrom versorgt wird: V_s = 115 × (50/200) = 28,75 V.
Kritische Einschränkung
Transformatoren funktionieren nicht mit Gleichstrom. Für die Gleichspannungsreduzierung (z. B. von 24 V auf 12 V) ist ein Gleichspannungswandler oder ein ohmscher Spannungsteiler erforderlich.
2.7 Elektrische Messinstrumente (Lehrplan 3.4, 3.12)
Voltmeter
Wird parallel zum Bauteil geschaltet, um die Potenzialdifferenz zu messen. Es hat einen hohen Innenwiderstand, um die Belastung des Stromkreises zu minimieren.
Amperemeter
Wird in Reihe mit dem Stromkreis geschaltet. Es hat einen sehr niedrigen Innenwiderstand.
Zangenamperemeter
Misst den Strom durch Erfassen des Magnetfelds um einen einzelnen Leiter. Kritische Überlegungen:
- Es darf sich nur ein Leiter innerhalb der Zange befinden (sowohl Plus- als auch Minuskabel würden ihre Felder gegenseitig aufheben)
- Die Zange muss vollständig geschlossen sein
- Es muss für Gleichstrom (bei Gleichstrommessung) oder Wechselstrom entsprechend ausgelegt sein
Megger (Isolationswiderstandsprüfgerät)
Wird zur Messung des Isolationswiderstands von Wicklungen und Kabeln verwendet. Zwingende Sicherheitsanforderung: Das Bauteil muss vor der Prüfung spannungsfrei und von allen Stromquellen sowie anderen Geräten getrennt sein. Das Anlegen hoher Spannung an ein angeschlossenes System ist gefährlich und kann empfindliche Elektronik beschädigen.
Oszilloskop
Zeigt Spannung über der Zeit an. Bei einer Gleichstromversorgung mit Restwelligkeit zeigt die Spur eine horizontale Linie mit einer kleinen überlagerten Wechselstromschwankung. Die Spitze-Spitze-Restwelligkeitsspannung wird direkt vom Display abgelesen.
Wheatstone-Brücke
Ermöglicht eine präzise Widerstandsmessung. Im abgeglichenen Zustand entspricht der unbekannte Widerstand dem bekannten Normwiderstand im entsprechenden Brückenzweig.
2.8 Halbleiterbauelemente (Lehrplan 3.13)
Zener-Diode
Eine Diode, die speziell für den Betrieb im Durchbruchbereich in Sperrrichtung (Zener- oder Lawinendurchbruch) ausgelegt ist. Die Spannung über ihr bleibt über einen Bereich von Strömen nahezu konstant, was sie ideal als Spannungsreferenz in Reglern macht.
Gleichrichterdioden
In einem TRU wandeln Dioden Wechselstrom in Gleichstrom um. Eine unterbrochene Diode reduziert die Ausgangsspannung, da weniger Phasen gleichgerichtet werden, was zu einer niedrigeren mittleren Gleichspannung führt.
Halbleiterrelais
Für Gleichstromlasten wird häufig ein Leistungs-MOSFET als Halbleiterschalter verwendet, aufgrund seiner hohen Stromtragfähigkeit und seines niedrigen Einschaltwiderstands. Thyristoren (SCRs) und Triacs werden typischerweise für Wechselstromlasten verwendet.
Thermoelemente
Arbeiten nach dem Seebeck-Effekt: Eine Spannung (EMK) wird erzeugt, wenn zwei Verbindungsstellen unterschiedlicher Metalle unterschiedliche Temperaturen aufweisen. Dies ist das grundlegende Prinzip hinter thermoelementbasierten Brandmeldesystemen.
2.9 Elektrische Systeme von Luftfahrzeugen (Lehrplan 3.14)
Elektrische Sammelschiene
Ein gemeinsamer Verbindungspunkt, an dem Strom von Quellen (Generatoren, Batterien) an mehrere Verbraucher verteilt wird. Typen umfassen:Sammlungsschiene (kritische Verbraucher)
Nicht-Sammlungsschiene (abwerfbare Verbraucher)
Kuppelschiene (verbindet unabhängige Sammelschienen zur Lastverteilung oder alternativen Versorgung)
Lastabwurf
Bei einem Triebwerksausfall kann der verbleibende Generator überlastet werden. Automatischer Lastabwurf der nicht-kritischen Sammelschienen schützt den Generator und erhält die kritische Stromversorgung aufrecht.
Statische Entladungsspitzen (Static Discharge Wicks)
Ausgelegt mit hohem Widerstand (typischerweise 1–10 MΩ), um eine langsame und gleichmäßige Ableitung statischer Ladung zu ermöglichen, wodurch Koronaentladung und Funkstörungen reduziert werden. Ein niedriger Widerstand würde eine plötzliche Entladung und Funkenbildung verursachen.
Bonding-Bänder (Bonding Straps)
Bieten niederohmige Pfade zwischen Komponenten und Struktur. Ein hoher Widerstand (z. B. 3,8 mΩ gegenüber einem Grenzwert von 2,5 mΩ) ist typischerweise auf Korrosion oder Oxidschicht zurückzuführen. Die korrekte Maßnahme ist Reinigen und erneutes Messen, bevor ein Austausch in Betracht gezogen wird.
Überspannungsschutz
In 28-V-Gleichstromsystemen löst das Überspannungsrelais (OVR) das Generatorfeld aus, wenn die Spannung die Grenzwerte überschreitet (z. B. 30,5 V ± 0,5 V). Wenn das OVR ausfällt, kann eine anhaltende Überspannung Avionik und empfindliche Verbraucher beschädigen.
3. Wichtige Formeln und Beziehungen
| Größe | Formel | Einheiten |
|---|---|---|
| Ohmsches Gesetz | V = I × R | V, A, Ω |
| Leistung | P = V × I = I²R = V²/R | W |
| Kapazitiver Blindwiderstand | X_C = 1/(2πfC) | Ω |
| Induktiver Blindwiderstand | X_L = 2πfL | Ω |
| RL-Zeitkonstante | τ = L/R | s |
| Transformatorübersetzungsverhältnis | V_p/V_s = N_p/N_s | V, Windungen |
| Reihenschaltung Widerstand | R_gesamt = R₁ + R₂ + ... | Ω |
| Parallelschaltung Widerstand | 1/R_gesamt = 1/R₁ + 1/R₂ + ... | Ω |
| Drehstrom-Phasenwinkel | 120° | Grad |
4. Häufige Beziehungen zwischen Konzepten
Das Leistungsdreieck: Scheinleistung (VA), Wirkleistung (W) und Blindleistung (VAR) stehen über den Leistungsfaktor (cos φ) in Wechselstromkreisen in Beziehung.
Frequenz und Baugröße: Höhere Frequenz (400 Hz gegenüber 50 Hz) ermöglicht kleinere magnetische Bauteile, da die magnetische Flussdichte häufiger ihren Spitzenwert erreicht, wodurch weniger Kernmaterial für dieselbe Spannungsumwandlung erforderlich ist.
Generatordrehzahl und Frequenz: Bei Wechselstromgeneratoren ist die Frequenz direkt proportional zur Drehzahl und zur Anzahl der Polpaare: f = (N × P)/120, wobei N die Drehzahl in U/min und P die Anzahl der Pole ist.
Gegenelektromotorische Kraft (Back EMF) und Motorstrom: Der von einem Gleichstrommotor aufgenommene Strom beträgt (V_Versorgung - E_gegen)/R_Anker. Im Stillstand gilt E_gegen = 0, was den maximalen Strom ergibt. Mit zunehmender Drehzahl steigt die Gegenspannung, wodurch der Strom sinkt.
Spannungsabfall und Kontaktwiderstand: Der Spannungsabfall an einer Verbindung = I × R_Kontakt. Korrosion erhöht R_Kontakt, was den Spannungsabfall unter Last erhöht – selbst wenn der Strom innerhalb der Nennleistung des Bauteils liegt.
Batteriespannung und Ladezustand: Die Leerlaufspannung liefert eine grobe Anzeige des Ladezustands bei Blei-Säure-Batterien (2,1 V/Zelle geladen, 1,95 V/Zelle entladen). Ni-Cd-Batterien erfordern andere Bewertungsmethoden (die Säuredichte ist nicht zuverlässig).
5. Typische Prüfungsschwerpunkte
Basierend auf den analysierten Prüfungsfragen sollten sich die Kandidaten auf Folgendes konzentrieren:1. Luftfahrzeugspezifische Frequenzen: 400-Hz-Wechselstromsysteme; warum sie sich von bodengestützten Systemen unterscheiden.
- Batterienennwerte und -eigenschaften: Ah-Nennwerte, Leerlaufspannungen, Ladeverfahren (C/10 für tiefentladene Ni-Cd-Batterien), Wartungsmaßnahmen.
- Gleichstromgenerator-/Gleichstrommotoreigenschaften: Reihenschlussmotor-Überdrehzahl, Kommutatorfunktion, Bürstenverschleiß, Rückstromrelais-Funktion, Starter-Einschaltstrom.
- Transformatorenberechnungen: Windungszahlverhältnis-Aufgaben, Gleichstromgrenzen.
- Halbleiteranwendungen: Zenerdiode als Spannungsreferenz (Durchbruch in Sperrrichtung), MOSFET für Gleichstromschaltung, Auswirkungen offener Dioden in Gleichrichtern.
- Messtechniken: Spannungsmesser (parallel), Strommesser (in Reihe), Zangenmessgerät (einzelner Leiter), Isolationsmessgerät (spannungsfreier/toter Stromkreis), Wheatstone-Brückenabgleich.
- Fehlerdiagnose: Kurzschlüsse (niedriger Widerstand gegen Masse), Unterbrechungen (unendlicher Widerstand), hoher Übergangswiderstand (übermäßiger Spannungsabfall), Lastumgehung (0 V über geschlossenem Schalter bei ausgeschalteter Last).
- Schutzsysteme: Überspannungsrelais, Rückstromrelais, Dimensionierung von Schutzschaltern (P = V × I).
- Wechselstromerzeugung: Phasenfolge, 120°-Trennung, Frequenz-Spannungs-Verhältnis, CSD-Störungen.
- Sicherheitspraktiken: Isolationsprüfung an spannungsfreien Stromkreisen, Wartung von Erdungsbändern, Widerstandswerte von statischen Entladungsspitzen.
6. Regulatorische Bezüge
Dieses Modul steht im Einklang mit:
- Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang III (Part-66)
- Anhang I, Modul 3: Elektrische Grundlagen
- AMC/GM zu Part-66, die akzeptable Mittel zur Einhaltung und Leitlinien bereitstellen
Wissensstufen gemäß Lehrplan:
- Stufe 1: Überblick über Konzepte (z. B. Grundlagen der Elektronentheorie)
- Stufe 2: Allgemeines Wissen mit Verständnis der Prinzipien (z. B. Batterieeigenschaften, Generatortypen)
- Stufe 3: Detaillierte Theorie mit der Fähigkeit, Berechnungen durchzuführen und Fehler zu diagnostizieren (z. B. Anwendungen des Ohmschen Gesetzes, Transformatorenberechnungen, Schaltungsanalyse)
Die Kandidaten müssen Kompetenz auf der jeweiligen Stufe für jedes Lehrplanthema nachweisen, mit besonderem Schwerpunkt auf der praktischen Anwendung in der Hubschrauberwartungsumgebung.
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