Module 7A: Maintenance Practices
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Modul 7A: Wartungspraktiken — Studienmaterial für EASA Part-66 Kategorie B1.4 (Hubschrauber)
1. Modulübersicht
Modul 7A behandelt die grundlegenden Wartungspraktiken, die für die sichere und effektive Wartung von Hubschraubern erforderlich sind. Es umfasst das theoretische und praktische Wissen, das für freigabeberechtigtes Personal notwendig ist, um Aufgaben von grundlegenden Werkstattpraktiken bis hin zu komplexen Systeminspektionen und Funktionstests durchzuführen. Das Modul ist um die Schlüsselprinzipien Sicherheit, Präzision und Einhaltung genehmigter Daten strukturiert. Es überbrückt die Lücke zwischen dem Verständnis, wie ein System funktioniert, und den praktischen Fähigkeiten, die erforderlich sind, um es zu inspizieren, zu warten, zu reparieren und für die Rückkehr zum Dienst freizugeben. Der Lehrplan ist in mehrere Schlüsselbereiche unterteilt, darunter Sicherheitsvorkehrungen, Werkstattpraktiken, Inspektionstechniken, Standardwartungsverfahren und spezifische Systemwartung.
2. Schlüsselkonzepte im Detail erklärt
Dieser Abschnitt fasst die Kernwissensbereiche aus dem Lehrplan zusammen und bietet die theoretische Grundlage für praktische Aufgaben.
2.1 Sicherheitsvorkehrungen – Luftfahrzeug und Werkstatt (7.1)
Sicherheit ist das oberste Gebot bei allen Wartungsaktivitäten. Dieser Bereich behandelt die Vorschriften und Praktiken, die zum Schutz von Personal, Luftfahrzeug und Umwelt dienen.
- Persönliche Sicherheit: Die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ist obligatorisch. Dazu gehören Schutzbrillen, Gehörschutz, Handschuhe und Stahlkappenschuhe. Für bestimmte Aufgaben kann zusätzliche PSA erforderlich sein, wie Atemschutzmasken für Lackierarbeiten oder den Umgang mit Chemikalien.
- Werkstattsicherheit: Eine saubere und organisierte Werkstatt ist eine sichere Werkstatt. Dies umfasst ordnungsgemäße Haushaltsführung, korrekte Lagerung brennbarer Materialien und die Verwendung geeigneter Feuerlöscher. Druckluft muss mit Vorsicht verwendet werden, und Werkzeuge müssen in gutem Zustand gehalten werden.
- Luftfahrzeugsicherheit:
- Lockout/Tagout (LOTO): Vor jeglicher Wartung an unter Spannung stehenden Systemen (elektrisch, hydraulisch, pneumatisch) muss das System spannungsfrei geschaltet und mit einem Schloss und einem Anhänger gesichert werden, um eine versehentliche Aktivierung zu verhindern.
- Einlass- und Auslassgefahren: Triebwerkseinlässe und -auslässe sind äußerst gefährlich. Einlässe können Personal und Gegenstände ansaugen, und Auslässe erzeugen Hochgeschwindigkeits- und Hochtemperaturgase. Propeller- und Rotorgefahren müssen ebenfalls beachtet werden.
- Steuerungsverriegelungen: Flugsteuerflächen und Rotorsysteme müssen mit Steuerungsverriegelungen gesichert werden, um Bewegungen während der Wartung zu verhindern, die Verletzungen oder Schäden verursachen könnten.
- Erdung: Das Luftfahrzeug muss ordnungsgemäß geerdet sein, um den Aufbau statischer Elektrizität zu verhindern, die eine Brandgefahr darstellt, insbesondere beim Betanken oder bei Arbeiten an Kraftstoffsystemen.
- Umweltsicherheit: Die ordnungsgemäße Entsorgung von Gefahrstoffen (z. B. Ölfilter, Lösungsmittel, Batterien) ist eine gesetzliche Anforderung. Gebrauchte Ölfilter gelten als Gefahrstoff und müssen entleert und in dafür vorgesehenen Behältern entsorgt werden. Verschüttungen müssen sofort mit geeigneten Materialien eingedämmt und beseitigt werden.
2.2 Werkstattpraktiken (7.2)
Dies ist der Kern der praktischen Wartung und behandelt die korrekte Verwendung von Werkzeugen, Materialien und Techniken.- Präzisionsmessung:
- Mikrometer: Wird für hochpräzise Außenmessungen verwendet. Der Ratschenmechanismus gewährleistet einen gleichmäßigen Messdruck und verhindert ungenaue Messwerte durch zu starkes Anziehen.
- Messuhr (DTI): Wird zur Messung kleiner linearer Abstände, von Rundlauf und axialem Spiel verwendet. Zur Messung des axialen Spiels (Axialbewegung) muss die Welle in beide Richtungen bewegt werden, und der Gesamtmesswert (TIR) ist die Summe der positiven und negativen Messwerte.
- Messschieber: Wird für Innen-, Außen- und Tiefenmessungen verwendet, allerdings mit geringerer Präzision als ein Mikrometer.
- Drehmomentanwendung:
- Drehmoment ist das Maß für die Kraft, die auf ein Befestigungselement ausgeübt wird, um die korrekte Klemmbelastung zu erzeugen. Es wird in Newtonmetern (N·m) oder Pfund-Fuß (lbf·ft) gemessen.
- Drehmomentschlüssel: Müssen kalibriert sein und sich innerhalb ihres Gültigkeitszeitraums befinden. Die Verwendung eines nicht kalibrierten Schlüssels ist nicht zulässig.
- Krähenfußadapter: Wenn ein Krähenfußadapter im 90°-Winkel zum Schlüsselgriff verwendet wird, bleibt die effektive Länge unverändert, und es ist kein Korrekturfaktor erforderlich. Bei anderen Winkeln muss eine Korrekturformel angewendet werden.
- Kronenmuttern und Splinte: Die Mutter wird mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen. Wenn das Splintloch nicht mit dem Mutternschlitz übereinstimmt, darf die Mutter bis zur nächsten Übereinstimmung angezogen werden, jedoch niemals über das maximale Drehmomentlimit hinaus. Wenn das maximale Drehmoment überschritten wird, muss die Mutter ersetzt werden. Der Splint ist ein Einwegartikel und muss ersetzt werden, wenn er entfernt wird.
- Sicherung von Befestigungselementen:
- Sicherungsdraht: Wird verwendet, um zu verhindern, dass sich Befestigungselemente durch Vibrationen lösen. Der Draht muss so installiert werden, dass er straff ist und das Befestigungselement in Anzugsrichtung zieht. Ein fehlender Sicherungsdraht an einem kritischen Befestigungselement erfordert den Austausch der Mutter, da die Sicherungsfunktion beeinträchtigt sein kann.
- Selbstsichernde Muttern: Diese Muttern haben einen Nylonring oder verformte Gewinde, die Reibung erzeugen. Sie sind oft Einwegartikel und müssen ersetzt werden, wenn sie locker sind oder der Nylonring beschädigt ist. Die korrekte Teilenummer, einschließlich Oberfläche, muss verwendet werden.
- Materialhandhabung:
- Schmiermittel: Das korrekte Fett oder Öl, wie im AMM oder IPC angegeben, muss immer verwendet werden. Das Ersetzen durch ein ähnliches Fett mit einem anderen Verdicker oder Grundöl kann zu Unverträglichkeiten und Komponentenausfällen führen. Nur vom Hersteller zugelassene Ersatzstoffe sind akzeptabel.
- Schläuche: Flexible Schläuche müssen mit Durchhang verlegt werden, um Bewegungen zu ermöglichen und Spannungen zu vermeiden. Sie müssen mit neuen Kabelbindern gemäß AMM gesichert werden. Eine Beschädigung der äußeren Ummantelung ist akzeptabel, solange das Verstärkungsgeflecht nicht freiliegt; ein Freiliegen des Geflechts erfordert einen Austausch.
- Plexiglas (Acryl)-Windschutzscheiben: Mit einem weichen Tuch, Wasser und milder Seife oder einem zugelassenen Reinigungsmittel reinigen. Lösungsmittel können Spannungsrisse und Schäden verursachen.
2.3 Inspektion und Prüfung (7.4, 7.5)
Inspektion ist die systematische Untersuchung von Komponenten und Systemen, um deren Zustand und Lufttüchtigkeit festzustellen.- Arten von Inspektionen:
- Tägliche Inspektion: Eine schnelle Sicht- und Funktionsprüfung, um sicherzustellen, dass das Luftfahrzeug flugsicher ist, mit Fokus auf offensichtliche Anomalien wie Lecks, lose Verkleidungen und Flüssigkeitsstände.
- Geplante Inspektionen (z. B. 50-Stunden, 100-Stunden): Detailliertere Inspektionen, die in festgelegten Intervallen durchgeführt werden, wie im AMM oder Wartungsplan definiert.
- Zerstörungsfreie Prüfung (NDT): NDT-Methoden werden verwendet, um Defekte zu erkennen, ohne das Bauteil zu beschädigen. Die Wahl der Methode hängt vom Material und der Art des gesuchten Defekts ab.
- Sichtprüfung: Die grundlegendste Methode, verwendet zur Erkennung offensichtlicher Oberflächendefekte wie Risse, Dellen, Korrosion und Scheuerstellen.
- Farbeindringprüfung: Wird verwendet, um Oberflächenrisse in nicht-ferromagnetischen Materialien (z. B. Aluminium, Titan, Abgasanlagen) zu erkennen. Die Oberfläche wird gereinigt, ein Eindringmittel wird aufgetragen, und nach einer Einwirkzeit wird ein Entwickler aufgetragen, um das Eindringmittel aus eventuellen Rissen herauszuziehen.
- Magnetpulverprüfung (MPI): Wird verwendet, um Oberflächen- und oberflächennahe Risse in ferromagnetischen Materialien (z. B. Stahl) zu erkennen. Das Bauteil wird magnetisiert, und Eisenpartikel werden aufgetragen, die sich an der Stelle eines Risses ansammeln.
- Wirbelstromprüfung: Wird verwendet, um Oberflächen- und oberflächennahe Risse in nicht-ferromagnetischen Materialien wie Aluminium (z. B. Kufenrohre) zu erkennen. Sie wird auch verwendet, um die Dicke von Beschichtungen zu messen.
- Ultraschallprüfung: Wird verwendet, um innere Defekte zu erkennen, wie Delaminationen in Verbundwerkstoffen oder Risse in dicken Querschnitten. Eine hochfrequente Schallwelle wird in das Material gesendet, und Reflexionen von Defekten werden analysiert.
- Schadensbewertung:
- Alle bei einer Inspektion festgestellten Schäden müssen gegen die im AMM festgelegten Grenzwerte bewertet werden.
- Akzeptabler Schaden: Schäden innerhalb der AMM-Grenzwerte sind akzeptabel und müssen für die Rückverfolgbarkeit im Wartungsbericht dokumentiert werden.
- Reparierbarer Schaden: Schäden, die über die zulässigen Grenzwerte hinausgehen, aber im Rahmen eines vom Hersteller genehmigten Reparaturverfahrens liegen, können repariert werden.
- Nicht reparierbarer Schaden: Schäden, die über die Reparaturgrenzen hinausgehen oder für die kein Reparaturverfahren existiert, erfordern einen Bauteilaustausch. Dies umfasst Risse in kritischen Bauteilen wie Zylinderköpfen und Hauptrotorblättern.
2.4 Standard-Wartungsverfahren (7.6, 7.7)
Dieser Bereich behandelt die allgemeinen Verfahren zur Durchführung von Wartungsaufgaben.
- Verwendung genehmigter Daten: Alle Wartungsarbeiten müssen gemäß genehmigten Daten durchgeführt werden, hauptsächlich dem AMM und dem bebilderten Teilekatalog (IPC). Abweichungen sind nicht zulässig.
- Teileaustausch: Austauschteile müssen der Bauart entsprechen und im IPC identifiziert sein. Die Verwendung eines nicht genehmigten Alternativteils ist nicht zulässig, es sei denn, es ist als genehmigte Alternative im AMM aufgeführt.
- Dokumentation: Alle Wartungsmaßnahmen, einschließlich Inspektionen, Reparaturen und Austauschen, müssen im Luftfahrzeug-Bordbuch oder Wartungsbericht dokumentiert werden. Dies gewährleistet Rückverfolgbarkeit und Einhaltung der Part-145-Anforderungen.
- Außergewöhnliche Ereignisse: Ereignisse wie Blitzeinschläge, harte Landungen oder plötzliche Stopps erfordern spezifische Inspektionen, wie im AMM definiert. Beispielsweise erfordert ein Blitzeinschlag in ein Hauptrotorblatt eine Inspektion auf Delamination und innere Schäden, häufig mittels Ultraschallprüfung.
2.5 Spezifische Systemwartung (7.8 – 7.21)
Dieser Abschnitt wendet die allgemeinen Prinzipien auf spezifische Hubschraubersysteme an.- Triebwerkswartung (Kolbenmotor):
- Kompressionsprüfung: Misst die Fähigkeit des Zylinders, Druck zu halten, und gibt Aufschluss über den Zustand der Kolbenringe und Zylinderwände. Niedrige Kompression deutet auf verschlissene Ringe oder einen beschädigten Zylinder hin.
- Magneto-Impulskupplung: Beim Anlassen des Triebwerks erzeugt die Impulskupplung einen verzögerten Zündfunken, um Rückschläge zu verhindern. Das beim manuellen Drehen des Propellers hörbare „Klicken" zeigt an, dass die Kupplung einrastet.
- Ölfilter-Inspektion: Das Vorhandensein von Metallpartikeln im Ölfilter kann auf internen Triebwerksverschleiß hinweisen. Die Ursache muss untersucht werden, bevor das Triebwerk wieder in Betrieb genommen wird.
- Laufprüfung (Run-Up-Test): Ein Funktionstest nach einer Grundüberholung, um zu überprüfen, ob das Triebwerk einwandfrei funktioniert, einschließlich Leistungsabgabe, Temperaturen, Drücken und Systemreaktionen.
- Rotorsysteme:
- Blattinspektion: Kritische Defekte, die eine Demontage des Blattes erfordern, umfassen Risse in Verbundstrukturen. Geringfügige Lackfehler und Beulen innerhalb der AMM-Grenzen sind akzeptabel. Erosionsbandschäden haben spezifische Grenzen; Schäden innerhalb einer bestimmten Entfernung von der Blattspitze können einen Blattaustausch erforderlich machen.
- Rotornachlauf (Rotor Tracking): Stellt sicher, dass alle Blätter während der Rotation demselben Pfad folgen. Dies erfolgt typischerweise mit einem Stroboskoplicht, das die Blattspitzen beleuchtet und es dem Techniker ermöglicht zu erkennen, ob ein Blatt aus der Spur läuft.
- Rotorenwuchten: Das statische Wuchten stellt sicher, dass der Schwerpunkt eines Blattes oder einer Baugruppe innerhalb der Grenzen liegt, um Vibrationen zu vermeiden. Das dynamische Wuchten (Track and Balance) wird durchgeführt, um Vibrationen während der Rotation zu minimieren.
- Schwenkprüfung (Lead-Lag-Check): Stellt sicher, dass die Bewegung des Blattes in der horizontalen Ebene (vor/zurück) innerhalb der Grenzen liegt und dass die Schwenkdämpfer und -anschläge korrekt eingestellt sind.
- Droop-Stop-Prüfung: Stellt sicher, dass die Droop-Stops korrekt eingestellt sind, um ein übermäßiges Durchhängen des Blattes bei stehendem Rotor zu verhindern.
- Flugsteuerungssysteme:
- Rigging (Einstellen): Der Prozess der Einstellung der mechanischen Verbindungen (Schubstangen, Umlenkhebel), sodass die Winkel der Steuerflächen/Rotorblätter den Positionen der Cockpitsteuerung entsprechen. Rigging-Pins werden verwendet, um das System in einer definierten Neutral- oder Rigging-Position zu verriegeln, um eine korrekte Ausrichtung sicherzustellen.
- Steueranschläge: Einstellbare Anschläge begrenzen den Weg der Flugsteuerung. Falsch eingestellte Anschläge können zu übermäßigem oder unzureichendem Steuerweg führen.
- Hydraulik- und Kraftstoffsysteme:
- Leckprüfungen: Leckraten müssen anhand der AMM-Kriterien bewertet werden. Ein Leck innerhalb des zulässigen Grenzwerts ist akzeptabel und sollte zur Überwachung dokumentiert werden. Ein Leck, das den Grenzwert überschreitet, erfordert Korrekturmaßnahmen.
- Bonding und Erdung: Bonding-Prüfungen verifizieren elektrische Pfade mit niedrigem Widerstand zwischen metallischen Komponenten und der Struktur. Dies ist für den Blitzschutz und die statische Entladung unerlässlich. Eine Bonding-Brücke mit einem gebrochenen Litzenleiter muss ersetzt werden.
- Schlauchaustausch: Neue Schläuche sollten auf den maximalen Systemdruck geprüft werden, um die Integrität zu verifizieren und sicherzustellen, dass keine Lecks vorhanden sind.
- Fahrwerk:
- Öl-Luft-Federbein-Lecks: Geringes Schwitzen kann innerhalb akzeptabler Grenzen liegen. Die Leckrate muss anhand der AMM-Kriterien bewertet und entsprechend gehandelt werden (z. B. Nachservice, Dichtungsaustausch).
- Elektrische Systeme:
- Crimpen: Crimpwerkzeuge müssen für den jeweiligen Anschlusstyp zugelassen sein. Die Verwendung nicht zugelassener Werkzeuge kann zu schlechten Verbindungen führen. Löten ist kein zugelassener Ersatz, sofern nicht ausdrücklich angegeben.### 3. Wichtige Formeln, Vorschriften und Verfahren
3.1 Wichtige Vorschriften
- Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang III (Part-66): Definiert die Anforderungen für die Freigabe von Instandhaltungspersonal. Modul 7A ist ein verbindlicher Teil des Grundlagen-Lehrplans für eine B1.4-Lizenz.
- Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang II (Part-145): Definiert die Anforderungen für Instandhaltungsbetriebe. Sie schreibt die Verwendung von genehmigten Daten (AMM, IPC) und die Freigabe von Instandhaltung (Part-145.A.50) durch autorisiertes freigabeberechtigtes Personal vor. Sie verlangt außerdem die Aufzeichnung aller Instandhaltungsmaßnahmen (Part-145.A.55).
- AMC/GM (Acceptable Means of Compliance / Guidance Material): Bietet nicht verbindliche Leitlinien zur Einhaltung der Vorschriften. Beispielsweise wird AC 43.13-1B (obwohl ein US-Dokument) häufig als akzeptable Methode für Standardpraktiken wie Sicherung und Drehmomentanwendung referenziert.
3.2 Wichtige Verfahren und Formeln
- Drehmomentkorrektur mit Kronenrohr-Adapter: Wenn ein Kronenrohr-Adapter in einem Winkel (θ) zum Schlüsselgriff verwendet wird, wird das korrigierte Drehmoment (T_c) mit der folgenden Formel berechnet:
T_c = T_w × (L / (L + A × cos(θ)))
Wobei:
T_c= Korrigiertes DrehmomentT_w= Drehmomenteinstellung am SchlüsselL= Länge des Schlüsselgriffs von der Mitte des Antriebs bis zum GriffA= Länge des Kronenrohr-Adapters von der Mitte des Antriebs bis zur Mitte des Befestigungselementsθ= Winkel des Adapters relativ zum Schlüsselgriff
Wenn θ = 90°, dann ist cos(90°) = 0, also T_c = T_w, was bedeutet, dass keine Korrektur erforderlich ist.
- Messung des Axialspiels: Die gesamte axiale Bewegung einer Welle wird gemessen, indem eine Messuhr auf das Wellenende genullt wird, die Welle vollständig in eine Richtung bewegt wird, um einen Messwert aufzuzeichnen, und dann vollständig in die entgegengesetzte Richtung bewegt wird, um einen weiteren Messwert aufzuzeichnen. Das Axialspiel ist die Summe der Absolutwerte der beiden Messwerte.
- Messung des Rundlaufs: Der TIR (Total Indicator Reading / Gesamtmesswert der Messuhr) wird gemessen, indem eine Messuhr gegen die rotierende Oberfläche gehalten wird und die maximalen und minimalen Messwerte beobachtet werden. Der Rundlauf ist die Differenz zwischen diesen beiden Messwerten.
4. Häufige Beziehungen zwischen Konzepten
- Inspektion → Bewertung → Maßnahme: Der Kernprozess der Instandhaltung. Eine Inspektion (visuell, ZfP) deckt einen Zustand auf (Riss, Delle, Leck). Dieser Zustand wird gegen die AMM-Grenzwerte bewertet. Die Maßnahme (Akzeptieren, Reparieren, Ersetzen) wird durch die Bewertung bestimmt. Alle Maßnahmen müssen dokumentiert werden.
- Genehmigte Daten → Instandhaltungsmaßnahme: Jede Instandhaltungsmaßnahme muss auf eine genehmigte Quelle zurückführbar sein, wie z. B. das AMM, das IPC oder ein Service Bulletin. Diese Beziehung stellt sicher, dass alle Arbeiten nach einem bekannten und sicheren Standard durchgeführt werden.
- Schadensgrenzen → Lufttüchtigkeit: Das AMM definiert die Grenze zwischen lufttüchtig und nicht lufttüchtig. Ein Defekt innerhalb der Grenze ist akzeptabel; ein Defekt jenseits der Grenze macht das Bauteil unbrauchbar, bis es repariert oder ersetzt wird. Dies ist eine strenge, binäre Beziehung.
- Funktionstest → Systemleistung: Ein Funktionstest verifiziert, dass ein System oder Bauteil seine vorgesehene Funktion innerhalb spezifizierter Parameter erfüllt (z. B. Einfahrzeit, Stoppzeit). Das Nichterfüllen dieser Parameter weist auf einen Fehler hin, der behoben werden muss.
- Materialspezifikation → Komponentenkompatibilität: Das korrekte Material (Fett, Schlauch, Befestigungselement) wird aus einem bestimmten Grund spezifiziert. Die Verwendung eines nicht genehmigten Ersatzes kann zu Inkompatibilität, vorzeitigem Versagen und einer potenziellen Sicherheitsgefahr führen.### 5. Typische Prüfungsschwerpunkte
Die EASA Part-66 Modul 7A Prüfung konzentriert sich auf die Anwendung von Wissen auf praktische Szenarien. Zu den wichtigsten Schwerpunkten gehören:
- Interpretation der AMM-Grenzwerte: Fragen stellen häufig einen Defekt dar (z. B. eine Delle, einen Riss oder ein Leck) mit spezifischen Messwerten und verlangen, dass Sie die korrekte Maßnahme basierend auf den angegebenen AMM-Grenzwerten bestimmen. Der Schlüssel liegt darin, den Grenzwert strikt anzuwenden.
- Korrekte Verwendung von Werkzeugen und Ausrüstung: Verständnis der korrekten Vorgehensweise bei der Verwendung von Präzisionsmesswerkzeugen (Mikrometer, Messuhr) und Drehmomentschlüsseln, einschließlich der Verwendung von Adaptern und des Umgangs mit nicht kalibrierten Werkzeugen.
- Sichern von Verbindungselementen: Kenntnis der korrekten Verfahren für Sicherungsdraht, Splinte und selbstsichernde Muttern, einschließlich der Fälle, in denen ein Verbindungselement ersetzt werden muss.
- Auswahl der ZfP-Methode: Die Fähigkeit, die geeignete zerstörungsfreie Prüfmethode für ein gegebenes Material und einen gegebenen Defekttyp auszuwählen (z. B. Wirbelstrom für Aluminium-Oberflächenrisse, Ultraschall für Delamination in Verbundwerkstoffen, Farbeindringprüfung für Oberflächenrisse in Nichteisenmetallen).
- Akzeptabler vs. nicht akzeptabler Schaden: Die Fähigkeit, zwischen Schäden zu unterscheiden, die innerhalb der Grenzwerte liegen (akzeptabel, dokumentieren) und Schäden, die außerhalb der Grenzwerte liegen (Reparatur oder Austausch erforderlich).
- Verwendung genehmigter Daten: Der Grundsatz, dass alle Wartungsarbeiten gemäß AMM/IPC durchgeführt werden müssen und dass nicht genehmigte Ersatzteile oder Reparaturen nicht zulässig sind.
- Dokumentation und Rückverfolgbarkeit: Die Anforderung, alle Wartungsbefunde und -maßnahmen zu dokumentieren, sowie die Bedeutung der Rückverfolgbarkeit für die Lufttüchtigkeit.
- Sicherheitsverfahren: Die korrekten Maßnahmen für den Umgang mit Gefahrstoffen, das Sichern von Flugzeugsystemen und die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA).
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