Module 7A: Maintenance Practices
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Modul 7A: Instandhaltungspraxis — B2 Avionik
1. Modulübersicht
Modul 7A, „Instandhaltungspraxis", ist ein grundlegendes Modul im EASA Part-66 B2-Avionik-Lehrplan. Es vermittelt das wesentliche praktische Wissen und die Sicherheitsprinzipien, die für alle Flugzeuginstandhaltungsaktivitäten erforderlich sind, mit besonderem Fokus auf die spezifischen Anforderungen von Avioniksystemen. Dieses Modul befasst sich nicht mit einem einzelnen Flugzeugsystem, sondern mit den universellen Praktiken, Verfahren und Vorsichtsmaßnahmen, die bestimmen, wie Instandhaltung sicher und korrekt durchgeführt wird. Es schließt die Lücke zwischen theoretischem Wissen über Avionik und der praktischen Anwendung, die in einer Instandhaltungsumgebung erforderlich ist.
Das Modul deckt eine breite Palette von Themen ab, von allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen und Werkstattpraktiken bis hin zu spezifischen Techniken für die Handhabung elektrischer Verkabelung, Steckverbinder und empfindlicher elektronischer Bauteile. Für B2-Freigabeberechtigtes Personal ist dieses Modul von entscheidender Bedeutung, da es die Regeln und Standards liefert, die die fortlaufende Lufttüchtigkeit elektrischer und elektronischer Systeme gewährleisten. Der Inhalt ist stark an die Anforderungen von Part-145 und die in einem Aircraft Maintenance Manual (AMM) und Standard Wiring Practices Manual (SWPM) beschriebenen Verfahren angelehnt.
2. Schlüsselkonzepte im Detail erklärt
2.1 Allgemeine Instandhaltungsprinzipien und Sicherheit (Modul 7.1, 7.2)
Dieser Abschnitt bildet das Fundament aller Instandhaltungsaktivitäten. Es geht nicht nur darum zu wissen, wie man eine Aufgabe durchführt, sondern die korrekte und sichere Art der Durchführung zu verstehen.
- Fehlererfassung und -meldung: Der Eckpfeiler der Instandhaltung ist die ordnungsgemäße Handhabung von Fehlern. Wenn Freigabeberechtigtes Personal oder Techniker während einer Inspektion oder Aufgabe einen Fehler, Schaden oder anormalen Zustand entdeckt, ist die erste Maßnahme immer die Erfassung und Meldung gemäß den Verfahren der Organisation (Part-145.A.50). Dies beinhaltet die Dokumentation des Befunds im Flugzeug-Bordbuch oder in der Instandhaltungsakte. Die Entscheidung, einen Fehler zu reparieren, zu ersetzen oder aufzuschieben, ist ein separater Schritt, der einer Bewertung anhand genehmigter Daten (AMM, CMM, MEL) folgt.
- Verwendung genehmigter Daten und Werkzeuge: Alle Instandhaltungsarbeiten müssen unter Verwendung der Daten, Werkzeuge und Teile durchgeführt werden, die in der genehmigten Instandhaltungsdokumentation (z. B. AMM, CMM, Service Bulletins) festgelegt sind. Dies ist ein grundlegendes Prinzip von Part-145.
- Werkzeuge: Werkzeuge müssen kalibriert sein und eine Genauigkeit aufweisen, die die in den Instandhaltungsdaten festgelegten Anforderungen erfüllt oder übertrifft. Wenn beispielsweise ein AMM einen Drehmomentschlüssel mit einer Genauigkeit von ±3 % vorschreibt, ist die Verwendung eines Schlüssels mit ±5 % Genauigkeit nicht zulässig. Das Werkzeug muss innerhalb der festgelegten Toleranz liegen. Der allgemeine Standard für die Genauigkeit von Drehmomentschlüsseln beträgt ±10 %, aber bestimmte Aufgaben können eine höhere Präzision erfordern (z. B. ±5 % oder ±3 %).
- Teile und Materialien: Es dürfen nur die exakt in den Instandhaltungsdaten festgelegten Teile und Materialien verwendet werden. Das Ersetzen einer Sternscheibe durch eine festgelegte Spalt-Sicherungsscheibe oder die Verwendung eines anderen Steckverbindertyps ist ohne technische Genehmigung nicht zulässig.
- Sicherheitsvorkehrungen: Sicherheit hat oberste Priorität. Dies beinhaltet:
- Spannungsfreischalten und Trennen: Vor Arbeiten an elektrischen oder elektronischen Systemen muss der Stromkreis spannungsfrei geschaltet und getrennt werden. Dies ist der zwingend erforderliche erste Schritt vor jeder Reparatur, um elektrischen Schlag oder Brand zu verhindern. Dies beinhaltet das Öffnen von Leistungsschaltern, das Ausschalten der Stromversorgung und das Kennzeichnen des Systems, um ein versehentliches Wiedereinschalten zu verhindern.
- Elektrostatische Entladung (ESD): VieleAvionik-Komponenten sind empfindlich gegenüber statischer Elektrizität. Korrekte ESD-Praktiken umfassen die Verwendung von geerdeten Arbeitsplätzen, Handgelenkbändern und antistatischen Beuteln beim Umgang mit diesen Komponenten.
- Gefahrstoffe: Für Komponenten, die Gefahrstoffe enthalten, sind besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Beispielsweise muss ein LRU, das eine Lithiumbatterie enthält, vor dem Ausbau spannungsfrei geschaltet und die Batterie abgeklemmt werden, um Kurzschlüsse und Brände zu verhindern. Beschädigte Lithiumbatterien müssen in einem feuerfesten Metallbehälter gelagert werden.
- Strahlungsgefahren: Das Testen von Systemen wie Wetterradar oder Transpondern kann schädliche Strahlung emittieren. Das korrekte Verfahren besteht darin, eine Abschlusslast (Dummy Load) zu verwenden oder in einen HF-Absorber abzustrahlen. Niemals in bewohnte Bereiche abstrahlen. Strahlungsplaketten dienen der Überwachung und ersetzen keine sicheren Verfahren.
- Gehörschutz: Funktionstests, wie z. B. die Durchsageanlage (Public Address System), dürfen die festgelegten Lautstärkegrenzen nicht überschreiten, um das Gehör zu schützen und akustische Rückkopplungen zu vermeiden.
- Befestigungselemente und Drehmoment: Befestigungselemente werden verwendet, um Komponenten zu sichern, und müssen mit dem korrekten Drehmomentwert angezogen werden. Der Zweck der Verwendung eines Drehmomentschlüssels besteht darin, die korrekte Klemmkraft sicherzustellen, ohne das Befestigungselement oder die Komponente übermäßig zu beanspruchen. Übermäßiges Anziehen kann Gewinde ausreißen oder Komponenten reißen lassen; zu geringes Anziehen kann zu Lockerung durch Vibration oder, bei elektrischen Verbindungen, zu hohem Widerstand und Überhitzung führen. Drehmomentwerte sind im AMM festgelegt.
- Sicherungsdraht und Verriegelung: Sicherungsdraht (Lockwire) ist eine positive Verriegelungsmethode, die verhindert, dass sich Befestigungselemente durch Vibration lösen. Es ist eine kritische Praxis für Komponenten, bei denen eine Lockerung schwerwiegende Folgen haben könnte. Ebenso werden Sicherungsscheiben verwendet, um Befestigungselemente zu sichern. Der korrekte Typ der Verriegelungsvorrichtung, wie im AMM festgelegt, muss immer verwendet werden.
2.2 Bonding und Erdung (Modul 7.2, 7.4)
Elektrisches Bonding ist die absichtliche elektrische Verbindung aller metallischen, nicht stromführenden Teile eines Flugzeugs mit der Primärstruktur. Sein Zweck ist es, einen niederohmigen Rückweg für elektrischen Strom bereitzustellen, den Aufbau statischer Ladungen zu verhindern und einen Weg für Blitzeinschläge zu bieten.
- Zweck: Gutes Bonding ist entscheidend für:
- Avionik-Leistung: Es bietet ein stabiles Bezugspotenzial (Masse) für empfindliche elektronische Geräte und reduziert Rauschen und Störungen.
- Blitzschutz: Es bietet einen niederohmigen Pfad für Blitzströme, um sicher zu den Entladungspunkten des Flugzeugs zu gelangen, und verhindert Lichtbogenbildung und strukturelle Schäden.
- Statische Entladung: Es verhindert den Aufbau statischer Elektrizität, die den Funkverkehr stören und eine Brandgefahr darstellen kann.
- Grenzwerte für den Bonding-Widerstand: Das AMM legt maximale akzeptable Widerstandswerte für Bonding-Verbindungen fest. Diese sind oft sehr niedrig und liegen im Milliohm-Bereich.
- Ein üblicher allgemeiner Grenzwert für das Bonding zwischen einer Flugzeugzelle und einer Avionik-Komponente beträgt 0,1 Ohm, obwohl viele Installationen weniger als 1 Ohm erfordern.
- Für kritische Verbindungen, wie z. B. für Ausrüstungsgestelle, ist der Grenzwert oft viel niedriger, z. B. 2,5 Milliohm (0,0025 Ohm).
- Inspektion von Bonding-Bändern: Bonding-Bänder (Geflechte oder Bänder) müssen auf Korrosion, gebrochene Litzen und sichere Befestigung untersucht werden.
- Korrosion: Korrosion erhöht den Widerstand und kann die Verbindung beeinträchtigen. Die erste Maßnahme beim Feststellen von Korrosion besteht darin, den Bonding-Widerstand gegen den AMM-Grenzwert zu messen. Wenn innerhalb der Grenzwerte, ist die Verbindung akze
ptable; wenn nicht, ist eine Korrekturmaßnahme (Reinigung oder Austausch) erforderlich. - Gebrochene Litzen: Das AMM gibt oft einen maximalen Prozentsatz gebrochener Litzen vor (z. B. 10%). Liegt der Schaden innerhalb des Grenzwerts, kann das Jumperkabel verwendbar sein. Überschreitet er den Grenzwert, muss es ersetzt werden. - Bonding-Testverfahren: Zur genauen Messung sehr niedriger Widerstände (Milliohm) muss die 4-Leiter-Kelvin-Methode verwendet werden. Diese eliminiert den Widerstand der Messleitungen aus der Messung. Ein Standard-Multimeter ist für diese Messungen nicht genau genug. - Statische Entladungsspitzen (Static Wicks): Diese sind Teil des statischen Entladungssystems. Eine fehlende statische Entladungsspitze ist ein Defekt, der vor dem Abflug behoben werden muss, da sie für den sicheren Betrieb erforderlich ist, insbesondere bei Instrumentenwetterbedingungen (IMC). 2.3 Elektrische Kabel und Steckverbinder (Modul 7.4, 7.5, 7.8)
Dies ist ein Kernbereich für B2-Freigabeberechtigtes Personal, der die Handhabung, Reparatur und Installation von Verdrahtung und Steckverbindern abdeckt.
- Kabelprüfung und Schäden:
- Isolationsschäden: Spröde, gerissene oder durchgescheuerte Isolierung ist ein schwerwiegender Defekt. Sie kann zu Kurzschlüssen, Lichtbögen und Bränden führen. Die richtige Maßnahme ist, den Schaden gegen die Grenzwerte im AMM oder SWPM zu bewerten. Überschreitet der Schaden die Grenzwerte, muss das Kabel repariert oder ersetzt werden. Vorübergehende Reparaturen wie Klebeband sind nicht akzeptabel.
- Durchscheuern: Ein Kabelbaum, der an einer Halterung scheuert, ist eine Gefahr. Die richtige Maßnahme ist, das Scheuern zu beseitigen, indem der Kabelbaum neu positioniert und/oder ein Schutzschlauch oder Klemmen hinzugefügt wird.
- Kabelreparatur und Spleißen:
- Beschädigte Isolierung: Wenn ein Kabel in der Nähe des Endes beschädigte Isolierung aufweist, ist die richtige Maßnahme, das Kabel bis zur sauberen Isolierung zurückzuschneiden und es auf die korrekte Länge neu abzuisolieren. Die Verwendung eines größeren Steckverbinders oder von Schrumpfschlauch behebt nicht die Gefahr von Kurzschlüssen.
- Spleiße bei abgeschirmten Kabeln: Beim Spleißen eines abgeschirmten Kabels muss ein abgeschirmter Spleiß verwendet werden, um die Integrität der Abschirmung zu erhalten und elektromagnetische Störungen (EMI) zu verhindern. Pigtails (ein kurzes Drahtstück, das die Abschirmungen verbindet) sind nicht bevorzugt, da sie die Induktivität erhöhen und die Abschirmwirkung verringern.
- Installation und Reparatur von Steckverbindern:
- Crimpen: Crimpen ist ein kritischer Prozess zur Herstellung zuverlässiger elektrischer Verbindungen. Es erfordert das spezifische Crimpwerkzeug und die Matrize, die für den Steckverbindertyp vorgeschrieben sind. Die Verwendung eines ähnlichen Werkzeugs eines anderen Herstellers ist nicht zulässig, da das Crimpprofil möglicherweise falsch ist. Das Werkzeug muss ebenfalls kalibriert sein.
- Löten: Die richtige Löttechnik ist unerlässlich. Ein temperaturgeregelter Lötkolben, der zwischen 300°C und 350°C eingestellt ist, wird typischerweise verwendet. Lot sollte auf die erhitzte Verbindungsstelle aufgetragen werden, nicht auf die Lötkolbenspitze, um eine ordnungsgemäße Benetzung zu gewährleisten und kalte Lötstellen zu vermeiden. Eine kalte Lötstelle (matte, raue Oberfläche) ist unzuverlässig und muss neu gemacht werden, indem das alte Lot vollständig entfernt und neu gelötet wird.
- Steckverbinder-Hardware: Jegliche Beschädigung der Steckverbinder-Hardware, wie z. B. ein gerissener Gehäusehinterteil (Backshell), ist nicht akzeptabel. Ein gerissenes Gehäusehinterteil kann die Abschirmung, Zugentlastung und Umgebungsabdichtung beeinträchtigen und muss ersetzt werden.
- Kabelbinder und Schnürband:
- Kabelbinder: Zu fest angezogene Kabelbinder können die Kabelisolierung zusammendrücken und beschädigen. Sie müssen durchgeschnitten und durch ordnungsgemäß gespannte Kabelbinder ersetzt werden.
- Schnürband: Schnürband wird mit Seitenschneidern geschnitten, wobei darauf zu achten ist, die Kabelisolierung nicht zu beschädigen. Das Wiederverwenden von Schnürband ist nicht zulässig, da es geschwächt sein kann.Kabelverlegung und -trennung:*
- Biegeradius: Der minimale Biegeradius für ein Koaxialkabel beträgt typischerweise das 10-fache des Kabeldurchmessers bei flexiblen Kabeln. Eine Überschreitung kann Impedanzänderungen verursachen und das Dielektrikum beschädigen.
- Trennung von Fluidleitungen: Kabelbäume müssen mindestens 2 Zoll (50,8 mm) von Hydraulikleitungen entfernt gehalten werden, sofern keine Schutzhülse oder Schelle verwendet wird. Dies verhindert Scheuern und Fluidkontamination. Die Trennung von Kraftstoffleitungen beträgt typischerweise 6 Zoll (152,4 mm).
- Thermomanagement: Bei der Installation eines Avionikgeräts auf einem Kühlkörper wird Wärmeleitpaste verwendet, um Luftspalte zwischen dem Bauteil und dem Kühlkörper zu füllen und so die Wärmeleitfähigkeit zu verbessern. Sie ist kein Klebstoff.
2.4 Prüfgeräte und Messung (Modul 7.6)
Ein B2-Techniker muss in der korrekten Verwendung verschiedener Testinstrumente versiert sein.
- Multimeter:
- Durchgang: Ein geschlossener Schaltkontakt sollte einen sehr niedrigen Widerstand aufweisen, typischerweise weniger als 0,5 Ohm. Ein höherer Widerstand deutet auf einen schlechten Kontakt hin. Unendlicher Widerstand zeigt einen offenen Stromkreis an.
- Widerstandsmessung: Widerstandsmessungen müssen an einem spannungsfreien Stromkreis durchgeführt werden, um Schäden am Messgerät zu vermeiden und einen gültigen Messwert zu erhalten. Vor der Widerstandsmessung in einem Stromkreis mit Kondensatoren müssen diese entladen und als sicher verifiziert werden.
- Isolationswiderstandsprüfgerät (Megger):
- Spannungseinstellung: Für ein 28-V-Gleichstrom-Flugzeugsystem beträgt die korrekte Prüfspannung 250 V Gleichstrom. Höhere Spannungen (500 V oder 1000 V) sind für 115/200-V-Wechselstromsysteme vorgesehen und können die Isolierung belasten.
- Akzeptable Werte: Für ein 28-V-Gleichstromsystem ist ein Mindestisolationswiderstand von 1 Megohm allgemein akzeptabel. Ein Messwert von 5 Megohm würde als zufriedenstellend angesehen.
- Oszilloskop:
- Sondenauswahl: Für potentialfreie Signale, wie z. B. einen Tachogenerator, ist eine Differenzsonde erforderlich, um Masseschleifen zu vermeiden und das wahre Signal zu messen. Der Anschluss an die Flugzeugmasse kann Rauschen einbringen.
- Frequenzzähler:
- Eingangskopplung: Bei der Messung der Frequenz eines Wechselstromsignals (z. B. 400-Hz-Stromversorgung) ist die korrekte Eingangskopplungseinstellung Wechselstromkopplung. Diese blockiert jeden Gleichspannungs-Offset und misst nur die Wechselstromkomponente.
- Spezielle Prüfgeräte:
- Synchro-Testgerät: Die Überprüfung des Ausgangs eines Synchro-Senders erfordert ein spezielles Synchro-Testgerät, um die Phase und Amplitude der drei Statorspannungen zu messen. Ein Multimeter kann keine Phasenbeziehungen messen.
- Pitot-Statik-Testgerät: Wird für Funktionstests und Leckprüfungen des Pitot-Statik-Systems verwendet. Das Verfahren umfasst das Anlegen eines geregelten Drucks/Vakuums und die Überwachung des Abfalls über einen festgelegten Zeitraum.
- Rampen-Testgerät (z. B. für Transponder/TCAS): Wird verwendet, um das System abzufragen und seine Antwort zu verifizieren.
2.5 Funktionstests (Modul 7.5)
Ein Funktionstest verifiziert, dass ein System nach der Wartung gemäß den vom Hersteller festgelegten Leistungskriterien korrekt funktioniert.- Zweck: Der Hauptzweck besteht darin, zu bestätigen, dass das installierte System seine Konstruktions- und Leistungsspezifikationen erfüllt.
- Allgemeines Verfahren:
- Vorbereitung: Vor Beginn sicherstellen, dass sich das Flugzeug in einem sicheren Zustand befindet. Dies kann die Koordination mit der Flugbesatzung, das Aufbocken des Flugzeugs oder das Einstellen bestimmter Flugzeuglagen (z. B. horizontal für AHRS-Tests) umfassen.
- Einschalten: Sicherstellen, dass das System mit Strom versorgt wird (z. B. Schutzschalter prüfen).
- Testdurchführung: Dem AMM-Verfahren folgen und die vorgeschriebene Testausrüstung verwenden.
- Beobachtung: Die Reaktion des Systems beobachten und mit den festgelegten Grenzwerten vergleichen.
- Fehlersuche: Wenn der Test fehlschlägt, einem logischen Fehlersuchprozess folgen. Wenn z. B. ein System nicht reagiert, ist die erste Prüfung, ob Strom anliegt. Wenn eine Transponderantwort eine falsche Impulsabstandsfolge aufweist, liegt der Fehler wahrscheinlich in der Zeitsteuerungs-/Kodierschaltung des Transponders, nicht in der Antenne.
- Spezifische Testüberlegungen:
- Pitot-Statik-Lecktest: Vor dem Anlegen von Druck sicherstellen, dass alle Verbindungen fest sind und das System ordnungsgemäß geerdet ist. Wenn ein Messwert langsam driftet, anhalten, alle physischen Verbindungen überprüfen, Umgebungseinflüsse (Wärmeausdehnung) berücksichtigen und den Test zur Sicherstellung der Stabilität wiederholen.
- Wetterradar: Eine konstante Rückstrahlung, wenn die Antenne in den Himmel zeigt, deutet auf ein Empfängerproblem hin, oft eine defekte Begrenzungsdiode, die eine Sättigung verursacht. Ein nasses Radom oder eine Antennenposition würden unterschiedliche Effekte verursachen.
- Windshear-System: Diese Systeme sind am Boden oft inhibiert, um Fehlwarnungen zu vermeiden. Das Testverfahren kann die Überbrückung dieser Inhibierung erfordern.
- ELT-Test: Muss mit der Flugsicherung koordiniert werden, um Fehlalarme zu vermeiden. Tests sollten auf die ersten 5 Minuten der Stunde und auf nicht mehr als 3 Sekunden beschränkt werden.
- ILS-Landekurssender (Localizer): Eine außermittige Antenneninstallation verursacht eine Abweichung in der Anzeige der Abweichung.
- VSWR: Ein hohes VSWR (z. B. 2,5:1 gegenüber einem 1,5:1-Grenzwert) kann durch Kabelbeschädigung, Feuchtigkeit oder schlechte Verbindungen verursacht werden. Der erste Schritt ist die Inspektion des Kabels und der Steckverbinder, bevor die Antenne ersetzt wird.
3. Wichtige Formeln und Vorschriften
3.1 Wichtige Formeln
- Spitzenspannung (V_peak): Für eine sinusförmige Wechselspannung gilt .
- Beispiel: Für einen 115V-RMS-400Hz-Bus gilt .
- Mindestbiegeradius: Für flexibles Koaxialkabel beträgt der Mindestbiegeradius typischerweise das 10-fache des Kabeldurchmessers.
3.2 Wichtige Vorschriften und Referenzen
- Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang III (Part-66): Definiert die Anforderungen für die Freigabe von Instandhaltungspersonal. Anhang I beschreibt den Grundwissensstoff, einschließlich Modul 7A.
- Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang II (Part-145): Definiert die Anforderungen für Instandhaltungsbetriebe. Wichtige Klauseln umfassen:
- Part-145.A.40: Anforderungen an Ausrüstung, Werkzeuge und Material. Werkzeuge müssen kontrolliert und kalibriert sein.
- Part-145.A.42: Annahme von Bauteilen und Materialien. Es dürfen nur zugelassene Teile eingebaut werden.
- Part-145.A.45: Instandhaltungsdaten. Die Instandhaltung muss gemäß den genehmigten Daten durchgeführt werden.
- Part-145.A.50: Freigabe der Instandhaltung. Nach der Instandhaltung ist eine Freigabebescheinigung (CRS) erforderlich.
- Part-145.A.55: Instandhaltungsaufzeichnungen. Alle Instandhaltungsarbeiten müssen aufgezeichnet werden.
- Aircraft Maintenance Manual (AMM): ThDie primäre Quelle genehmigter Daten für spezifische Wartungsaufgaben. Sie enthält Verfahren, Drehmomentwerte, Toleranzen und Prüfgrenzen.
- Standard Wiring Practices Manual (SWPM): Ein Handbuch (häufig ATA Kapitel 20), das Standardverfahren für Verkabelung, Steckverbinder und Kabelreparaturen bereitstellt.
- Mindestausrüstungsliste (MEL): Legt fest, welche Ausrüstung für den Flugbetrieb außer Betrieb sein darf, zusammen mit etwaigen Bedingungen oder Einschränkungen.
4. Häufige Beziehungen zwischen Konzepten
- Sicherheit und Verfahren: Die Anforderung, einen Stromkreis spannungsfrei zu schalten, steht in direktem Zusammenhang mit der Sicherheit des Technikers. Die Anforderung, ein bestimmtes Crimpwerkzeug zu verwenden, steht in Zusammenhang mit der Zuverlässigkeit der Verbindung und der Vermeidung zukünftiger Fehler.
- Werkzeuggenauigkeit und Datenkonformität: Die Genauigkeit eines Drehmomentschlüssels oder eines Prüfgeräts muss gleich oder besser sein als die im AMM angegebene Genauigkeit. Die Verwendung eines weniger genauen Werkzeugs bedeutet, dass die Aufgabe nicht gemäß den genehmigten Daten durchgeführt wird.
- Bondwiderstand und Korrosion: Korrosion an einem Bondgeflecht erhöht dessen Widerstand. Eine Sichtprüfung auf Korrosion ist eine Vorstufe zur elektrischen Messung. Die Messung bestimmt, ob die Verbindung noch innerhalb der AMM-Grenze liegt.
- Prüfungsfehler und Diagnose: Ein fehlgeschlagener Funktionstest (z. B. hoher VSWR, verstelltes ILS, nicht reagierendes TCAS) leitet einen logischen Fehlerbehebungsprozess ein. Das Symptom weist oft auf eine spezifische Ursache hin (z. B. Kabelschaden, Antennenfehlausrichtung, fehlende Stromversorgung).
- Fehlererkennung und Dokumentation: Jeder festgestellte Fehler, sei es eine scheuernde Verkabelung, ein fehlender statischer Entlader oder ein gerissenes Gehäuse, muss aufgezeichnet und gemeldet werden. Die anschließende Maßnahme (Reparatur, Austausch oder Aufschub) ist eine Entscheidung, die auf genehmigten Daten und der Schwere des Fehlers basiert.
5. Typische Prüfungsschwerpunkte
- Erste Maßnahmen: Fragen fragen oft nach der "ersten" oder "richtigen anfänglichen" Maßnahme. Die richtige Antwort ist fast immer, das System spannungsfrei zu schalten/zu isolieren (bei elektrischen Arbeiten) oder den Fehler aufzuzeichnen und zu melden (bei Inspektionsbefunden).
- Verwendung genehmigter Daten: Das Konzept, dass alle Arbeiten gemäß AMM/SWPM durchgeführt werden müssen, wird stark geprüft. Dies umfasst die Verwendung der richtigen Werkzeuge, Teile und Verfahren. Das Ersetzen von Werkzeugen oder Teilen ohne Genehmigung ist immer falsch.
- Spezifische Grenzen und Toleranzen: Seien Sie darauf vorbereitet, gängige Werte abzurufen:
- Allgemeine Genauigkeit des Drehmomentschlüssels: ±10 %.
- Lötkolbentemperatur: 300 °C bis 350 °C.
- Kontaktwiderstand geschlossener Schalter: < 0,5 Ohm.
- Mindestisolationswiderstand für 28-V-DC-Systeme: 1 Megohm.
- Megger-Prüfspannung für 28-V-DC-Systeme: 250 V DC.
- Mindestbiegeradius für Koaxialkabel: 10-facher Durchmesser.
- Abstand von Kabelbäumen zu Hydraulikleitungen: 2 Zoll.
- Bonding und Erdung: Verstehen Sie den Zweck des Bondings, die typischen Widerstandsgrenzen (z. B. 0,0025 Ohm für kritische Verbindungen) und das korrekte Prüfverfahren (4-Leiter-Kelvin-Methode). Wissen Sie, dass Korrosion eine Ursache für hohen Widerstand ist und dass der erste Schritt darin besteht, den Widerstand zu messen.
- Elektrische Verkabelung und Steckverbinder: Verstehen Sie die Gefahren von beschädigter Isolierung, übermäßig angezogenen Kabelbindern und unsachgemäßem Crimpen/Löten. Kennen Sie die korrekten Reparaturverfahren.
- Funktionstests: Verstehen Sie den Zweck von Funktionstests und die allgemeinen Grundsätze der Testdurchführung. Seien Sie sich spezifischer Sicherheitsvorkehrungen für Tests wie Wetterradar und ELT bewusst.
- Sicherheit: Fragen zu Sicherheitsvorkehrungen sind häufig, einschließlich ESD, rStrahlungsgefahren und der Umgang mit Gefahrstoffen wie Lithium-Batterien.
- Messprinzipien: Kennen Sie die korrekte Verwendung eines Multimeters (spannungsfreier Stromkreis), eines Isolationsmessgeräts (richtige Spannung) und eines Oszilloskops (Differenzsonde für potenzialfreie Signale). Verstehen Sie die Beziehung zwischen Effektivwert (RMS) und Spitzenspannung.
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