B3 — Light Helicopters and Small AeroplanesModule 16 · 67 practice questions

Module 16: Piston Engine

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Kolbenmotor-Zyklus Kolbenmotor-Zyklus Viertakt-Otto-Zyklus — Ventil- und Zündzeitpunkt (EASA Part-66 Modul 16) EINLASS OFFEN Kraftstoff-Luft- Gemisch tritt ein Kolben bewegt sich OT → UT 1. ANSAUGTAKT Verdichtung 6:1 bis 10:1 Kolben bewegt sich UT → OT 2. VERDICHTUNGSTAKT ZÜNDFUNKE Expansionsgase treiben Kolben Kolben bewegt sich OT → UT 3. ARBEITSTAKT AUSLASS OFFEN Verbrennungs- produkte ausgestoßen Kolben bewegt sich UT → OT 4. AUSSTOSSTAKT Ventil- und Zündzeitpunkt-Diagramm OT UT Einlass öffnet ~15° vor OT Einlass schließt ~40° nach UT Auslass öffnet ~40° vor UT Auslass schließt ~15° nach OT Zündung: 20° vor OT (typisch) Ventilüberschneidungszeitraum Legende Einlassventil offen Auslassventil offen Zündzeitpunkt Kurbelwellendrehung 1 2 3 4 Zyklus wiederholt sich — 4 Takte = 2 Kurbelwellenumdrehungen (720°)

Modul 16: Kolbenmotor – Umfassendes Studienmaterial

1. Modulübersicht

Modul 16 des EASA Part-66 Lehrplans (Anhang I) behandelt die Konstruktion, den Aufbau, den Betrieb und die Wartung von Kolbenmotoren, die in Luftfahrzeugen verwendet werden. Für die B3-Lizenzkategorie (leichte Flugzeuge und Hubschrauber) vermittelt dieses Modul das grundlegende Wissen, das für das Prüfpersonal erforderlich ist, um Wartung, Fehlersuche und Lufttüchtigkeitsfeststellungen durchzuführen. Das Modul ist in Untermodule gegliedert, die Grundlagen, Motorleistung, Schmierung, Zündung, Kraftstoffzumessung, Ansaugung, Kühlung und Propeller abdecken.

Die Wissensstufen reichen von Stufe 1 (Überblick) bis Stufe 3 (detaillierte Theorie), wobei letztere ein gründliches Verständnis der Systemfunktion, der Fehlerbilder und der Wartungsverfahren erfordert. Dieses Studienmaterial fasst die Kernwissensbereiche zusammen, mit Schwerpunkt auf den praktischen Diagnose- und Wartungsszenarien, denen das Prüfpersonal begegnen wird.


2. Kernkonzepte im Detail erklärt

2.1 Motorgrundlagen und Aufbau (Modul 16.1)

Viertakt-Arbeitsverfahren

Der Viertaktprozess (Otto-Verfahren) ist das grundlegende Funktionsprinzip der meisten Flugzeugkolbenmotoren. Der vollständige Zyklus besteht aus:

  1. Ansaugtakt: Der Kolben bewegt sich von OT nach UT, während das Einlassventil geöffnet ist und ein Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Zylinder gesaugt wird.
  2. Verdichtungstakt: Beide Ventile sind geschlossen; der Kolben bewegt sich von UT nach OT und verdichtet das Gemisch auf ein Verhältnis, das typischerweise zwischen 6:1 und 10:1 liegt.
  3. Arbeitstakt (Verbrennungstakt): Die Zündkerze zündet das verdichtete Gemisch; die expandierenden Gase treiben den Kolben von OT nach UT.
  4. Ausstoßtakt: Das Auslassventil öffnet; der Kolben bewegt sich von UT nach OT und stößt die Verbrennungsprodukte aus.

Die Ventilsteuerzeiten sind entscheidend: Das Einlassventil öffnet leicht vor OT und schließt nach UT; das Auslassventil öffnet vor UT und schließt nach OT. Diese Ventilüberschneidung ermöglicht einen effizienten Gaswechsel bei hohen Drehzahlen.

Kurbelwellen-Gegengewichte

Gegengewichte sind an den Kurbelwangen angebracht, um die dynamischen Kräfte der hin- und hergehenden sowie rotierenden Massen auszugleichen. Ihr Hauptzweck besteht darin, Vibrationen zu minimieren, indem sie den Trägheitskräften der Kolben und Pleuel entgegenwirken. Bei Motoren wie der Baureihe Lycoming O-360 können Gegengewichte mit Schrauben befestigt sein, die Kontrollmarkierungen aufweisen. Diese Markierungen dienen zur Erkennung von Verdrehungen; wenn sich die Markierungen zwischen den Inspektionen nicht bewegt haben, haben sich die Schrauben nicht gelöst und es ist keine weitere Maßnahme erforderlich. Wenn eine Bewegung festgestellt wird, müssen die Schrauben gemäß dem Triebwerkswartungshandbuch (EMM) entfernt, geprüft und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden.

Zylinderleitbleche und Kühlung

Luftgekühlte Motoren sind auf einen gerichteten Luftstrom über die Zylinderrippen angewiesen. Zylinderleitbleche leiten die Kühlluft gleichmäßig über alle Zylinder, insbesondere über die hinteren Zylinder, die weniger direkten Luftstrom erhalten. Beschädigte oder fehlende Leitbleche stören diesen Luftstrom und führen zu unzureichender Kühlung und Überhitzung. Dies stellt ein erhebliches Lufttüchtigkeitsrisiko dar und muss vor dem weiteren Flug behoben werden.

Propeller-Untersetzungsgetriebe

Bei Motoren, bei denen die Kurbelwellendrehzahl die optimale Propellerdrehzahl übersteigt, wird ein Untersetzungsgetriebe zwischengeschaltet. Dadurch kann der Motor mit seiner effizientesten Drehzahl arbeiten, während der Propeller mit seiner optimalen Drehzahl läuft. Das Getriebe verwendet typischerweise Stirn- oder Planetenräder und erfordert spezifische Schmier- und Inspektionsverfahren.


2.2 Motorleistung und Ventilmechanismen (Modul 16.2)Einstellung des Ventilspiels

Das Ventilspiel muss bei stehendem Stößel auf dem Grundkreis der Nocke eingestellt werden, was am OT im Verdichtungstakt des jeweiligen Zylinders erfolgt. Dies gewährleistet korrektes Spiel und korrekte Ventilsteuerzeiten. Das Verfahren umfasst in der Regel:

  1. Drehen der Kurbelwelle auf OT im Verdichtungstakt des einzustellenden Zylinders.
  2. Einführen einer Fühlerlehre mit der vorgeschriebenen Dicke zwischen Ventilschaft und Kipphebel.
  3. Einstellen des Spiels über die Einstellschraube und die Kontermutter.
  4. Erneutes Überprüfen des Spiels nach dem Anziehen der Kontermutter.

Beispielsweise beträgt bei einem Rotax-912-Motor das vorgeschriebene Einlassspiel 0,10 mm und das Auslassspiel 0,20 mm. Eine Messung von 0,15 mm für den Einlass liegt außerhalb des vorgeschriebenen Werts und muss eingestellt werden; 0,25 mm für den Auslass liegt innerhalb der üblichen Toleranz von ±0,05 mm und ist akzeptabel.

Ventilführungen

Ventilführungen sind in vielen Leichtflugzeugmotoren (z. B. Lycoming, Continental) ein integraler Bestandteil des Zylinderkopfs. Wenn das Führungsspiel den maximal zulässigen Grenzwert erreicht, schreibt das EMM in der Regel einen Zylinderersatz vor, da die Führungen nicht als separate Einzelteile austauschbar sind.

Zündzeitpunkt

Der Zündzeitpunkt wird in Grad Kurbelwellendrehung vor dem oberen Totpunkt (OT) angegeben. Ein zu weit vorverstellter Zündzeitpunkt (z. B. 25° vor OT anstelle der vorgeschriebenen 20° vor OT) bewirkt, dass das Kraftstoff-Luft-Gemisch früher im Verdichtungstakt zündet, wodurch Zylinderdrücke und -temperaturen steigen. Dies führt zu Klopfen und Überhitzung, was schwere Motorschäden verursachen kann. Der Zündzeitpunkt wird mit einer Stroboskoplampe oder durch Ausrichten der Markierungen an Kurbelwelle und Magnetzünderantrieb eingestellt.


2.3 Vergaser und Kraftstoffeinspritzsysteme (Modul 16.3)

Funktionsweise des Schwimmervergasers

Der Schwimmervergaser dosiert den Kraftstoff auf der Grundlage des Druckunterschieds, der durch den Luftstrom durch die Venturi-Düse entsteht. Zu den Hauptkomponenten gehören:

  • Schwimmerkammer: Hält einen konstanten Kraftstoffstand aufrecht.
  • Venturi-Düse: Erzeugt einen Unterdruckbereich, um Kraftstoff aus der Schwimmerkammer zu saugen.
  • Hauptdüse: Steuert den Kraftstofffluss bei Reise- und Volllast.
  • Leerlaufdüse: Versorgt den Motor bei niedrigen Drosselklappenstellungen mit Kraftstoff.
  • Beschleunigerpumpe: Liefert einen zusätzlichen Kraftstoffstoß, wenn die Drosselklappe schnell geöffnet wird, um ein vorübergehendes mageres Gemisch und ein Zögern zu verhindern.

Vergaservorwärmung

Die Vergaservorwärmung ist ein kritisches Sicherheitsmerkmal, insbesondere bei Leichtflugzeugen. Im Vergaser bildet sich Eis aufgrund des Temperaturabfalls in der Venturi-Düse, der durch die Kraftstoffverdampfung und den Druckabfall verursacht wird. Die Temperatur kann um bis zu 20–30 °C sinken, sodass sich selbst bei warmen Außentemperaturen und hoher relativer Luftfeuchtigkeit Eis bilden kann.

Wenn die Vergaservorwärmung auf HEISS geschaltet wird, wird die Luft durch einen Wärmetauscher um die Abgasanlage geleitet. Diese erwärmte Luft ist weniger dicht, was einen Abfall des Ansaugdrucks von bis zu 4 inHg verursacht. Dies ist ein normaler Zustand und kein Fehler. Die Wärme wird verwendet, um:

  • Eisbildung zu verhindern, wenn die Bedingungen dies begünstigen (hohe Luftfeuchtigkeit, Temperaturen zwischen -10 °C und +20 °C).
  • Vorhandenes Eis zu beseitigen, indem es geschmolzen wird.
  • Eine alternative Luftquelle bereitzustellen, falls der Luftfilter verstopft ist.

Gemischregelung und Leerlaufabschaltung

Die Gemischregelung passt das Kraftstoff-Luft-Verhältnis an die Flughöhe und die Betriebsbedingungen an. Das Bewegen des Gemischreglers auf „Leerlaufabschaltung“ während des Abstellens stoppt den Kraftstofffluss zum Vergaser und schaltet den Motor durch Kraftstoffmangel ab. Dies ist ein Standardverfahren, um Nachzündungen zu verhindern und einen sauberen Motorstopp zu gewährleisten.Druckvergaser (Bendix/Stromberg)

Druckvergaser besitzen keine Schwimmerkammer. Stattdessen verwenden sie ein Dosiersystem, das einen konstanten Druckunterschied über der Kraftstoffdosierdüse aufrechterhält. Die automatische Gemischregelung (AMC) hält das korrekte Kraftstoff-Luft-Verhältnis in Abhängigkeit von der Flughöhe aufrecht. Eine defekte AMC kann falsches Abmagern und unruhigen Leerlauf verursachen. Der Schwimmerstand ist bei Druckvergasern nicht anwendbar.

Kraftstoffeinspritzsysteme

In einem kontinuierlich durchströmten Kraftstoffeinspritzsystem sind die Hauptkomponenten:

  • Kraftstoffregelgerät (FCU): Dosiert den Kraftstoff basierend auf dem Luftstrom und anderen Parametern (z. B. Drosselklappenstellung, Gemischregelung, Flughöhe).
  • Kraftstoffverteiler (Verteilerventil): Empfängt den dosierten Kraftstoff vom FCU und verteilt ihn gleichmäßig auf die einzelnen Einspritzdüsen an jedem Zylinder, wodurch eine ausgewogene Kraftstoffzufuhr gewährleistet wird.
  • Einspritzdüsen: Zerstäuben den Kraftstoff für eine effiziente Verbrennung.

Das FCU ist für die Dosierung der korrekten Kraftstoffmenge verantwortlich; die Düsen zerstäuben den Kraftstoff lediglich.


2.4 Zündsysteme (Modul 16.3)

Magnetzündersysteme

Flugzeugkolbenmotoren verwenden typischerweise Doppelmagnetzünder für Redundanz. Jeder Magnetzünder ist eigenständig und erzeugt seinen eigenen elektrischen Strom. Zu den Hauptkomponenten gehören:

  • Magnetzünder: Erzeugt Hochspannung durch einen rotierenden Magneten und eine Spule.
  • Verteiler: Leitet die Hochspannung zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Zündkerze.
  • Unterbrecherkontakte (Kontaktgeber): Unterbrechen den Primärkreis, um in der Sekundärspule eine Hochspannung zu induzieren.
  • Kondensator: Verhindert Lichtbogenbildung an den Kontakten und schärft den Spannungseinbruch.
  • Impulskupplung: Verzögert den Zündzeitpunkt beim Start (typischerweise um 20° verzögert), um ein Rückschlagen zu verhindern, und erzeugt einen kräftigen Funken für einen zuverlässigen Start. Das „Klicken" erfolgt am verzögerten Zündzeitpunkt, der nach dem normalen frühverstellten Zündzeitpunkt liegt.

Magnetzünderprüfung

Bei einer Magnetzünderprüfung im Rahmen des Motorprobelaufs wird der Motor jeweils mit einem Magnetzünder betrieben. Ein erheblicher Drehzahlabfall bei einem Magnetzünder weist auf einen Fehler im Zündkreis dieses Magnetzünders hin, z. B. eine defekte Zündkerze, ein defektes Zündkabel oder einen internen Magnetzünderfehler (z. B. defekter Kondensator). Überschreitet der Abfall die Grenzwerte des Herstellers, ist das Luftfahrzeug nicht einsatzbereit und Wartungsmaßnahmen sind erforderlich.

„P"-Leitung

Die „P"-Leitung (Primärleitung) wird verwendet, um den Magnetzünder zu erden und ihn so abzuschalten. Wenn sie abgetrennt ist, bleibt der Magnetzünder aktiv und kann nicht über den Zündschalter abgeschaltet werden, was eine ernsthafte Sicherheitsgefahr darstellt.

Wärmewert der Zündkerzen

Der Wärmewert ist ein Maß für die thermischen Eigenschaften der Zündkerze:

  • Heißkerzen speichern mehr Wärme und verhindern so Verschmutzung bei niedrigen Leistungseinstellungen.
  • Kaltkerzen leiten Wärme schneller ab und verhindern so Frühzündung bei hohen Leistungseinstellungen.

Der korrekte Wärmewert verhindert sowohl Frühzündung als auch Verschmutzung. Der Wärmewert wird durch die Länge des Isolatorfußes bestimmt; ein längerer Fuß speichert mehr Wärme.

Kontaktabstand

Der Kontaktabstand ist entscheidend für den korrekten Zündzeitpunkt und die Leistung. Beispielsweise liegt ein vorgeschriebener Abstand von 0,35 mm, der bei 0,30 mm gemessen wird, außerhalb der üblichen Toleranz und muss auf den vorgeschriebenen Abstand eingestellt werden.


2.5 Schmiersysteme (Modul 16.4)

Nasssumpf vs. Trockensumpf

  • Nasssumpf: Das Öl wird in einer Ölwanne gelagert, die integraler Bestandteil des Kurbelgehäuses ist. Eine Druckpumpe zirkuliert das Öl durch den Motor.
  • Trockensumpf: Das Öl wird in einem externen Tank gelagert. Eine Druckpumpe versorgt den Motor mit Öl, und eine Absaugpumpe führt das Öl vom Kurbelgehäuse zurück zum externen Tank.In einigen Nasssumpfsystemen kann eine Absaugpumpe verwendet werden, um Öl aus bestimmten Bereichen (z. B. Ventilgehäusen) in den Sumpf zurückzuführen.

Öldruck und Öltemperatur

Der Öldruck wird beeinflusst durch:

  • Ölviskosität: Wenn das Öl warm wird, nimmt die Viskosität ab, wodurch der Strömungswiderstand sinkt und folglich der angezeigte Öldruck abnimmt. Dies ist eine normale Eigenschaft und kein Fehler.
  • Überdruckventil: Ein in offener Stellung hängengebliebenes Überdruckventil leitet Öl direkt in den Sumpf um, was insbesondere im Leerlauf zu niedrigem Öldruck führt. Ein in geschlossener Stellung hängengebliebenes Überdruckventil würde hohen Druck verursachen.
  • Verstopfter Ölkühler: Verhindert, dass Öl durch den Kühler strömt, was zu hohen Öltemperaturen führt. Ein in offener Stellung hängengebliebenes Bypassventil würde ebenfalls die Kühlung verhindern.

Kurbelgehäuseentlüftung

Die Kurbelgehäuseentlüftung belüftet das Kurbelgehäuse zur Atmosphäre und ermöglicht das Entweichen von Durchblasgasen und innerem Druck, der andernfalls Öllecks und Dichtungsschäden verursachen würde. Sie verhindert auch Druckaufbau durch Kolbenringdurchblasung.

Ölverdünnungssystem

Ölverdünnungssysteme führen vor dem Abstellen bei kaltem Wetter Kraftstoff in das Öl ein, wodurch die Viskosität gesenkt wird, um das Anlassen und die Ölzirkulation beim Start zu erleichtern. Der Kraftstoff verdampft, sobald der Motor warm wird.

Ölaustritt

Leichter Ölaustritt um Ventilgehäusedeckel oder Zylinderfußmuttern ist üblich und kann akzeptabel sein. Er sollte dokumentiert und überwacht werden. Wenn daraus ein Leck wird, ist Wartung erforderlich. Die angemessene Maßnahme besteht darin, den Bereich zu reinigen und bei nachfolgenden Inspektionen zu überwachen.

Metallpartikel im Öl

Metallpartikel im Ölfilter weisen auf abnormalen Verschleiß oder Schäden im Motor hin. Es ist unbedingt erforderlich, die Quelle zu untersuchen, was eine Endoskopinspektion der Zylinder und eine Untersuchung des Filters auf Art und Menge der Partikel umfassen kann. Das Flugzeug ohne Untersuchung wieder in Betrieb zu nehmen, ist unsicher.


2.6 Triebwerksinspektion und -prüfung (Modul 16.5)

Kompressionsprüfung

Die Kompressionsprüfung ist ein wichtiges Diagnosewerkzeug. Ein Messwert von 60/80 psi liegt unter dem typischen Minimum von 70/80 psi und weist auf einen möglichen Leckpfad hin (Kolbenringe, Ventile oder Zylinderkopfdichtung). Ein Differenzdrucktest lokalisiert das Leck, und eine Endoskopinspektion kann den Zustand visuell bestätigen.

Leckratenprüfung (Differenzdruckprüfung)

Luft, die während einer Kompressionsprüfung aus der Öleinfüllöffnung entweicht, zeigt an, dass Druckluft an den Kolbenringen vorbei in das Kurbelgehäuse leckt. Dies ist ein klassisches Zeichen für verschlissene oder gebrochene Kolbenringe. Undichte Ventile würden Luft aus dem Ansaug- oder Abgastrakt zeigen; eine durchgeschlagene Zylinderkopfdichtung würde Luft aus dem benachbarten Zylinder oder Kühlmittel zeigen.

Halten des Propellers während Kompressionsprüfungen

Bei Sternmotoren muss der Propeller gehalten werden, um ein Drehen zu verhindern, wenn Druckluft angelegt wird. Ein Holzblock, der zwischen einem Propellerblatt und dem Boden (oder einer festen Struktur) platziert wird, ist die Standardmethode, da Hände oder Seile nicht sicher sind.

Zylinderwechsel

Nach dem Anziehen der Zylinderbefestigungsmuttern auf den vorgeschriebenen Wert ist das erneute Anziehen nach einem Lauf entscheidend. Dies gewährleistet die richtige Klemmkraft, da sich die Muttern nach der Erstinstallation und thermischen Zyklen setzen können.


2.7 Aufladung und Turboladung (Modul 16.7)

Turboladerbetrieb

Ein Turbolader nutzt die Energie des Abgases, um eine Turbine anzutreiben, die wiederum einen Verdichter antreibt, um die Dichte der Ansaugluft zu erhöhen. Dadurch kann der Motor in der Höhe die Leistung auf Meereshöhe aufrechterhalten.

WastegateDas Wastegate ist ein Ventil, das einen Teil der Abgase von der Turbine ableitet und dadurch die Drehzahl des Turboladers steuert sowie den maximalen Ladedruck begrenzt, der dem Motor zugeführt wird. Dies verhindert Überladung und Motorschäden.

  • Wastegate offen hängend: Lässt Abgase an der Turbine vorbeiströmen, wodurch Turboladerdrehzahl und Ansaugdruck reduziert werden, insbesondere in großer Höhe, wo der Turbolader benötigt wird.
  • Wastegate geschlossen hängend: Verursacht Überladung, die den Motor beschädigen kann.

2.8 Propellersteuerungssysteme (Modul 16.8)

Drehzahlregler für Verstellpropeller mit konstanter Drehzahl

Der Propellerdrehzahlregler erfasst die Motordrehzahl und passt die Propellerblattsteigung an, um eine vom Piloten eingestellte konstante Drehzahl beizubehalten. Er ändert den Blattwinkel, um die Belastung des Motors zu erhöhen oder zu verringern und so die Drehzahl unabhängig von der Drosselklappenstellung oder den Flugbedingungen konstant zu halten.

Reglerstörungen

Luft in der Reglerölleitung kann eine schwammige oder träge Propellersteuerung verursachen, da Öl inkompressibel, Luft jedoch kompressibel ist. Dies ist ein häufiges Problem nach Wartungsarbeiten. Niedriger Öldruck würde die Reglerfunktion beeinträchtigen, führt jedoch typischerweise nicht zu einem vollständigen Ausbleiben der Reaktion.

Sicherungsdraht

Sicherungsdraht wird verwendet, um das Lösen von Befestigungselementen durch Vibration zu verhindern. Der Draht muss so installiert werden, dass er die Schraube in Anzugsrichtung zieht, und die Schlagzahl beträgt typischerweise 6–8 Schläge pro Zoll (oder wie angegeben).


2.9 Motorinstrumente (Modul 16.3)

Abgastemperatur (EGT)

Die EGT wird als Gemischregelungshilfe verwendet. Eine Spitzen-EGT entspricht einer bestimmten Gemischeinstellung. Sie hilft Piloten und Wartungspersonal, den korrekten Kraftstoffdurchfluss für Leistung und Motorschutz einzustellen.

Ansaugdruck

Der Ansaugdruck gibt den absoluten Druck im Ansaugkrümmer an. Er wird durch Drosselklappenstellung, Höhe und Turboladerbetrieb beeinflusst. Ein Abfall des Ansaugdrucks bei eingeschalteter Vergaserheizung ist normal, da die Dichte der erwärmten Luft reduziert ist.


3. Wichtige Formeln, Vorschriften und Verfahren

3.1 Wichtige Formeln

ParameterFormelEinheiten
Verdichtungsverhältnisr=VZyl+VSpaltVSpalt r = \frac{V_{Zyl} + V_{Spalt}}{V_{Spalt}} Dimensionslos
Ansaugdruckabfall (Vergaserheizung)Bis zu 4 inHginHg
Ventilspiel-Toleranz±0,05 mm (typisch)mm
Sicherungsdraht-Schlagzahl6–8 Schläge pro ZollSchläge/Zoll

3.2 Vorschriften und Referenzen

  • Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang III (Part-66): Definiert den Grundstoff-Lehrplan und die Lizenzkategorien.
  • Anhang I, Modul 16: Kolbenmotor – umfasst die Untermodule 16.1 bis 16.8.
  • Part-145: Anforderungen an Instandhaltungsbetriebe, einschließlich der Verwendung genehmigter Daten (AMM, EMM, SRM).
  • Anweisungen für die Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit (ICA): Herstellerwartungsanweisungen, einschließlich Kontrolle von Kontrollmarkierungen und Nachziehverfahren.

3.3 Wichtige Verfahren1. Magnetzünderprüfung: Motor mit festgelegter Drehzahl laufen lassen, auf einen Magnetzünder umschalten, Drehzahlabfall notieren. Übermäßiger Abfall (> Grenzwert) weist auf einen Fehler hin.

  1. Kompressionsprüfung: Geregelten Luftdruck auf den Zylinder anwenden, Leckage messen. Luft aus der Öleinfüllöffnung weist auf Kolbenringverschleiß hin.
  2. Ventilspieleinstellung: Am OT auf Verdichtungstakt einstellen, Fühlerlehre verwenden, auf festgelegtes Spiel einstellen.
  3. Vergaserheizungsprüfung: HOT wählen, einen Ansaugdruckabfall von bis zu 4 inHg erwarten. Kein Abfall kann auf einen verstopften Heizkanal hinweisen.
  4. Sicherheitsverdrahtung: Draht so installieren, dass er Schrauben in Anzugsrichtung zieht, mit 6–8 Drehungen pro Zoll.

4. Häufige Beziehungen zwischen Konzepten

4.1 Zündzeitpunkt und Motorleistung

  • Zu früh eingestellter Zündzeitpunkt → Klopfen, Überhitzung, möglicher Motorschaden.
  • Zu spät eingestellter Zündzeitpunkt → Leistungsverlust, Überhitzung der Auslassventile.

4.2 Öldruck und -temperatur

  • Öl erwärmt sich → Viskosität nimmt ab → Druck nimmt ab (normal).
  • Überdruckventil klemmt offen → Niedriger Druck im Leerlauf.
  • Verstopfter Ölkühler → Hohe Temperatur.

4.3 Kompression und Leckagepfade

  • Luft aus der Öleinfüllöffnung → Kolbenringverschleiß.
  • Luft aus dem Ansaugtrakt → Einlassventil undicht.
  • Luft aus dem Auspuff → Auslassventil undicht.
  • Luft aus benachbartem Zylinder → Zylinderkopfdichtung defekt.

4.4 Vergaserheizung und Ansaugdruck

  • Heizung EIN → Luftdichte nimmt ab → Ansaugdruck fällt (bis zu 4 inHg, normal).
  • Heizung AUS → Luftdichte nimmt zu → Ansaugdruck steigt.

4.5 Turbolader und Ansaugdruck

  • Wastegate offen → Weniger Abgas durch die Turbine → Geringerer Ladedruck → Niedrigerer Ansaugdruck.
  • Wastegate geschlossen → Mehr Abgas durch die Turbine → Höherer Ladedruck → Höherer Ansaugdruck.

5. Typische Prüfungsschwerpunkte

Basierend auf den Quellenfragen werden die folgenden Themen häufig geprüft:

  1. Vergaserheizung: Zweck, Betrieb, normaler Ansaugdruckabfall, Vereisungsbedingungen.
  2. Schmiersystemfehler: Überdruckventilbetrieb, Ölkühlerverstopfung, Öldruck-/Temperaturbeziehungen.
  3. Zündsystemfehler: Magnetzünderprüfungen, Drehzahlabfallinterpretation, 'P'-Leitungssicherheit, Kontaktabstand, Impulskupplung.
  4. Kompressionsprüfung: Interpretation der Messwerte, Leckagetest, Identifizierung des Leckagepfads.
  5. Kraftstoffsystemfehler: Beschleunigungspumpe, Schwimmerkammerverunreinigung, Druckvergaser AMC, Kraftstoffflussverteiler.
  6. Propellerregler: Zweck, Luft in der Ölleitung, Sicherheitsverdrahtung.
  7. Motorkonstruktion: Gegengewichte, Leitbleche, Ventilführungen, Untersetzungsgetriebe.
  8. Wartungspraktiken: Beurteilung von Ölaustritt, Metallpartikel, Passmarken, Nachziehen nach dem Lauf.
  9. Turboaufladung: Wastegate-Funktion und Ausfallmodi.
  10. Motorinstrumente: EGT, Ansaugdruck.

6. Zusammenfassung der wichtigsten Wartungsmaßnahmen| Befund | Korrekte Maßnahme |

|---------|----------------|

| Leichte Ölaustritt (Ventildeckel, Zylinderfuß) | Dokumentieren und überwachen; Bereich reinigen |

| Metallpartikel im Ölfilter | Quelle untersuchen; Borescope-Inspektion |

| Übermäßiger Drehzahlabfall bei einer Magnetzündung | Luftfahrzeug untauglich; Wartung erforderlich |

| Wasser/Ablagerungen im Schwimmerkammer | Ablassen, Sieb reinigen, Quelle untersuchen |

| Ventilführungsspiel am maximalen Grenzwert | Zylinder gemäß EMM ersetzen |

| Passmarken nicht bewegt | Keine weitere Maßnahme erforderlich |

| Reibkorrosion an Motoraufhängungsbolzen | Bolzen ersetzen, Laschen gemäß zugelassenen Daten prüfen |

| Beschädigte/fehlende Leitbleche | Vor dem weiteren Flug beheben |

| Zu weit vorverstellte Zündzeitpunkt | Auf Herstellerspezifikation neu einstellen |

| Niedrige Kompression (60/80) | Differenzdruckprüfung, Borescope-Inspektion |

| Zögern bei schneller Gashebelbetätigung | Beschleunigungspumpe prüfen |

| Nicht reagierender Propellerregler | Ölleitung des Reglers entlüften |


Dieses Studienmaterial vermittelt das grundlegende Wissen, das für den Erfolg der EASA Part-66 Modul 16 Prüfung erforderlich ist. Die Kandidaten sollten dieses Material durch herstellerspezifische Daten aus EMMs und AMMs ergänzen, da die Prüfung auf spezifische Motorentypen (z. B. Lycoming O-320/O-360, Continental, Rotax 912) Bezug nehmen kann.

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